Verkehr

Aktion gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr gestartet

An Fahrsimulatoren können Jugendliche mittels einer Rauschbrille erfahren, wie sich Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit auswirkt.

Marco (links) und Tuan testen an der T-Wall ihre Reaktionsschnelligkeit.

Marco (links) und Tuan testen an der T-Wall ihre Reaktionsschnelligkeit.

Foto: Rita Schulze

Berlin. "Sie haben die Fahrbahn verlassen": Diesen Satz werden die jungen Männer der Lichtenberger Hein-Moeller-Schule am Montag nicht nur einmal hören. "Erfahren, wie Alkohol wirkt" konnten rund 80 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule mit Schwerpunkt Elektrotechnik an diesem Tag mittels Rauschbrille an einem Fahrsimulator oder der Reaktionswand T-Wall. Initiiert hatte den Tag der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS).

Noch bis zum 8. Dezember gibt es bundesweite Aktionswochen, die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt wird. "Es muss klar sein, Trinken und Fahren passen nicht zusammen", sagte Guido Zielke, Abteilungsleiter Straßenverkehr, bei der Präsentation.

Peter Gerhardt, Präsident des BADS, wies zuvor auf die Bilanz der Unfalltoten im Jahr 2017 hin. Danach waren 182 Verkehrstote wegen einer Trunkenheitsfahrt und 40 Verkehrstote wegen einer Fahrt unter Drogeneinfluss zu beklagen. Auch 5000 Schwerverletzte weist die Statistik aus. "Dabei weisen wir immer darauf hin, jeder Tote und Verletzte einer Trunkenheits- oder Drogenfahrt ist ein vermeidbares Opfer", so Gerhardt.

Mit einer Münze wird der Heimfahrer ausgelost

Nachdem Lars Oesterhelweg vom Rechtsmedizinischen Institut der Charité in seinem Vortrag auf die gesundheitlichen Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums hinwies, begann der aktive Part für die 18- bis 25-Jährigen. Konnte etwa der 22 Jahre alte Marco an der T-Wall im Normalzustand 124 Punkte für seine Reaktionsschnelligkeit erzielen, lag die Trefferquote mit der 1,3-Promille-Alkoholrauschbrille nur noch bei 95. In den Fahrsimulatoren kam der ein oder andere öfter von der Straße ab.

Nun bleibt zu hoffen, dass diese Erfahrungen auch ernst genommen werden. Dabei könnte eine goldfarbene Münze helfen, die es zum Abschluss für jeden Teilnehmer gab. Mit ihrer Hilfe können sie bei der nächsten Party entscheiden, wer fährt und deshalb lieber nüchtern bleibt.

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