Aktion

Demonstration gegen die Pläne an der Rummelsburger Bucht

Der Bebauungsplan macht keine Fortschritte. Thema in der Bezirksverordnetenversammlung war aber die momentane Situation an der Bucht.

Eine Großdemonstration richtete sich gegen die Bebauungspläne auf den letzten freien Flächen an der Rummelsburger Bucht.

Eine Großdemonstration richtete sich gegen die Bebauungspläne auf den letzten freien Flächen an der Rummelsburger Bucht.

Foto: Rita Schulze

Rummelsburg. "Bürgerbucht statt Kapitalsucht" steht auf dem einen Transparent, "Fledermaus statt Korallenhaus" auf einem anderen: Gegen die geplante Bebauung der Rummelsburger Bucht, unter anderem mit einem Wasserpark als Touristenmagneten, nahe dem Ostkreuz haben am Donnerstag mehrere Hundert Menschen protestiert.

Der Demonstrationszug aus linkem Aktionsbündnis, Elterninitiativen und Anwohnern zog von der Kynaststraße bis zur Max-Taut-Aula an der Fischerstraße, wo die BVV tagte. Die Interessen der Demonstranten sind vielfältig: Die einen wollen eine Schule, die anderen Freiflächen für alle und Gemeinschaftsgärten, die nächsten die Enteignung der Unternehmensgruppe Padovicz oder einfach nur ihre Ruhe.

B-Plan Ostkreuz stand nicht auf der Tagesordnung

Wer zur Versammlung wollte, musste diesmal durch eine Polizeikontrolle, eingelassen wurden nur Politiker, Verordnete und Gäste mit Einladung. BVV-Vorsteher Rainer Bosse entschuldigte sich für die schwierige Situation, aber der Hausherr hätte nur eine bestimmte Anzahl von Gästeplätzen festgelegt und die wäre sonst weit überschritten worden. Dabei stand der Auslöser des Interesses, der Bebauungsplan Ostkreuz, in dieser Sitzung gar nicht auf der Tagesordnung.

Einzig Florian Hackenberger, Starter einer Petition gegen die Bebauungspläne und einer der Organisatoren der Demonstration, konnte eine mehr als 5000 Unterschriften umfassende Liste an die Fraktionsvorsitzenden verteilen. Gefordert wird darin ein Nutzungskonzept von und für die Bürger, mit einem Fokus auf öffentlichen Freiräumen.

Passieren muss dort aber etwas. Denn die derzeitige Situation an der letzten noch unverbauten Ecke der Bucht ist für die Anwohner schwierig. Die Brachflächen dort vermüllen zusehends, auch sind die wilden Camps von - wie es eine Anwohnerin formuliert - "bulgarischen Bauarbeitern und polnischen Party-Punks" vielen ein Dorn im Auge.

Wilfried Nünthel (CDU) antwortete dazu in der Einwohnerfragestunde, dass das Grünflächenamt jetzt zweimal pro Woche vorbeikommen würde, auch sei das Ordnungsamt gebeten worden, verstärkt in Erscheinung zu treten, ebenso wie ein Wachschutz. Problematisch sei das aber bei Flächen, die nicht dem Bezirksamt unterstehen würden, hier müsse eine Abstimmung mit allen Beteiligten, unter anderem dem Bundeswasserstraßenamt, dem Nachbarbezirk und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, getroffen werden. Eine Beratung habe erst diese Woche stattgefunden, von daher sei das jetzt nur ein Zwischenbescheid.

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