Protest wegen Knabe

Ex-DDR-Bürgerrechtlerinnen legen Amt in Stiftung nieder

Nach Vorwürfen gegen Knabe: Aus Protest haben Mitglieder des Stiftungsbeirats der Gedenkstätte Hohenschönhausen ihr Amt niedergelegt.

Der geschasste Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe.

Der geschasste Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe.

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Berlin.  Der Ärger um die Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen reißt nicht ab. Am Mittwoch legten drei Mitglieder des Stiftungsbeirates ihr Amt nieder – nach eigenen Angaben „aus Protest“, wie sie in einem Brief an den Vorsitzenden des Stiftungsrates, Kultursenator Klaus Lederer (Linke) schrieben. Es handelt sich um die früheren DDR-Bürgerrechtlerinnen Heidi Bohley, Freya Klier und die Professorin Barbara Zehnpfennig, die für den bisherigen Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe Partei ergriffen hatten.

Der Beirat stellt ein wissenschaftliches Beratungsgremium für die Gedenkstätte dar, er ist nicht zu verwechseln mit dem Stiftungsrat, der eine ähnliche Funktion hat wie der Aufsichtsrat eines Unternehmens. Der Stiftungsrat hatte zuletzt beschlossen, Knabe von seinen Aufgaben zu entbinden, weil er nicht entschieden genug gegen interne Vorwürfe sexueller Belästigung vorgegangen sei.

Auslöser für die Rücktritte ist die Absage einer Sitzung des Beirates am heutigen Donnerstag. Der Beiratsvorsitzende Dieter Dombrowski habe das Treffen abgesagt, nachdem die Frauen eine Aussprache mit Knabe gefordert hatten. Dombrowski widersprach, sagte der Berliner Morgenpost, die Sitzung werde am 19. Oktober abgehalten: „Vorher ergibt es keinen Sinn, weil sich die neue Beraterin der Gedenkstätte, Marianne Birthler, erst noch einarbeiten muss und dabei sein soll.“

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