Nachwuchs

Erster Arztcheck für Tiger-Vierlinge im Tierpark

Die kleinen Sumatra-Tiger sind wohlgenährt und können ihrer Mutter hoffentlich bald auf die große Felsenanlage folgen.

Noch leben die Tiger-Vierlinge in ihrer Wurfhöhle. Ihre erste Untersuchung haben die zwei weiblichen und zwei männlichen Tiere gut überstanden. 

Noch leben die Tiger-Vierlinge in ihrer Wurfhöhle. Ihre erste Untersuchung haben die zwei weiblichen und zwei männlichen Tiere gut überstanden. 

Foto: Steffen Freiling

Friedrichsfelde. Die Anfang August im Tierpark Berlin geborenen vier kleinen Sumatra-Tiger entwickeln sich prächtig. Am 2. Oktober stand nun der erste große Tierarzt-Check an. Zwar haben die Vierlinge noch nicht einmal die Größe einer Hauskatze erreicht, doch können sie schon fauchen wie ein ausgewachsener Tiger.

Und auch zu wehren wissen sich die zwei weiblichen und zwei männlichen Jungtiere mit ihren noch kleinen, aber dennoch scharfen Krallen bereits. Dies hat vor allem Tierarzt Günter Strauß am vergangenen Dienstag zu spüren bekommen. Neben der Kontrolle von Zähnen und Augen gehörte auch die erste Impfung und das Einsetzen des Microchips – eine Art Personalausweis für Tiere – zur Untersuchung.


„Zu einer natürlichen Jungtier-Aufzucht gehört auch, dass der Nachwuchs es dem Tierarzt nicht immer leicht und bequem macht“, erklärt Veterinärmediziner Strauß. „Ein Wildtier wehrt sich nun mal, wenn ihm ein Mensch zu nahe kommt und das ist auch gut so.“ Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem erklärt: „Die Tiger-Vierlinge haben ihre erste Untersuchung gut überstanden. Sie sind wohlgenährt, dennoch wollen wir jetzt beginnen, den Jungtieren etwas Fleisch dazu zu füttern. Wir hoffen, dass sie bald kräftig genug sind, der Tiger-Mama Mayang (7) auf die große Felsenanlage zu folgen, damit auch die Tierpark-Besucher die Tiger-Vierlinge sehen können.“

Sumatra-Tiger sind vom Aussterben bedroht

Seit Ende 2013 leben die aus indonesischen Zoos stammenden Sumatra-Tiger Harfan (10) und Mayang in Berlin. In diesem Jahr dürfen sich die beiden über ihren ersten gemeinsamen Nachwuchs freuen. In den Regenwäldern Sumatras kommen heute nur noch 350 bis 450 Tiger vor. Damit gilt der Sumatra-Tiger als vom Aussterben bedrohte Tierart und zählt zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde.


Im Tierpark Berlin leben die Tiger im Alfred-Brehm-Haus, das aktuell umgebaut wird. Voraussichtlich im kommenden Jahr können die Sumatra-Tiger eine modernisierte und deutlich großzügigere Anlage im umgebauten Alfred-Brehm-Haus beziehen. Da die Wurfhöhle in einem Bereich des Hauses liegt, der erst in einem späteren Bauabschnitt modernisiert wird, kann der Nachwuchs ungestört von den laufenden Bauarbeiten aufwachsen.

Mehr zum Thema:


Berliner Tierpark freut sich über vier kleine Sumatra-Tiger

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.