Urteil in Berlin

Eltern ließen ihre Tochter fast verhungern - Bewährung

Das zweieinhalb Jahre alte Mädchen wog bei seiner Rettung nur noch 5,5 Kilo. Das Landgericht verurteilte die Eltern wegen Misshandlung.

Justitia

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Foto: Paul Glaser / Paul Glaser, Berlin x

Berlin. Weil sie ihre kleines Kind fast verhungern ließen und mangelhaft förderten, sind Eltern aus Hohenschönhausen zu je zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht sprach die 33-jährige Mutter und den 36-jährigen Vater am Donnerstag der schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen durch böswillige Vernachlässigung schuldig.

Das Mädchen sei ein schwieriges Kind gewesen, das die Eltern zunehmend sich selbst überlassen hätten, hieß es im Urteil. Als sich das Mädchen in einem dramatischen Zustand befand, seien die Angeklagten auch aus Scham nicht zum Arzt gegangen.

Das Mädchen war zweieinhalb Jahre alt und wog nur 5500 Gramm, als es im September 2013 von Jugendamtsmitarbeitern aus der Wohnung gerettet wurde. Erschreckend sei auch der Entwicklungsstand gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. „Die Zweieinhalbjährige konnte nicht stehen, nicht laufen, nicht einmal richtig krabbeln, nicht greifen, nicht kauen.“ Die Eltern hatten zu Prozessbeginn Anfang 2018 Fehler zugegeben. Sie seien überfordert gewesen, hätten aber nicht böswillig gehandelt, erklärten sie.

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