Schäden

Tierheim Berlin sucht Handwerker für kaputtes Dach

Nach den starken Regenfällen im vergangenen Sommer drang Wasser ein. Kosten sollen unter einer Million Euro liegen.

Der Haupteingang zum Tierheim Berlin

Der Haupteingang zum Tierheim Berlin

Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Jensen / picture alliance / Rainer Jensen

Das Tierheim Berlin in Falkenberg sucht mit Hochdruck nach Firmen, die das Dach reparieren. Es ist durch die starken Regenfälle im vergangenen Sommer beschädigt worden. Die Prüfung, an welchen Stellen Wasser eindringt, ist abgeschlossen. Sie wurde mit einem Gasdruckverfahren durchgeführt. Ergebnis: Das Wasser trat bei Starkregen an allen Rändern ein, auch an den Lichtschächten.

Das Positive sei, "dass die Dachhaut nicht porös oder defekt ist", sagt Tierheim-Sprecherin Annette Rost. Deshalb müsse die 1630 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage nicht wie zunächst befürchtet abgebaut werden. "Das Demontieren, Lagern und die erneute Montage hätten nach Expertenschätzungen etwa eine Million Euro gekostet." Deshalb gehe man davon aus, so die Sprecherin, "dass der Preis für die Dachreparatur unter einer Million Euro liegen wird." Konkrete Zahlen könne sie jedoch noch nicht nennen.

Man warte momentan, dass weitere Unternehmen, die das Dach in Augenschein genommen hatten, ihre Angebote abgeben. "Unser technischer Leiter hat etwa 40 Betriebe angeschrieben, aber die Situation in Berlin ist aufgrund der hohen Bautätigkeiten in der Stadt sehr angespannt, erschwerend kamen die beiden massiven Herbststürme hinzu." Die Versicherung kommt nicht für den Schaden auf.

Tierheim hatte viele zweckgebundene Spenden bekommen

Das Tierheim Berlin gehört mit einer Fläche von 16 Hektar zu den größten in Europa. Das Flachdach der Einrichtung am Hausvaterweg ist etwa 13.000 Quadratmeter groß. Es erstreckt sich über mehrere Gebäudeteile, die miteinander verbunden sind. Wasser floss zum Beispiel in die Räume, in denen kranke Hunde untergebracht sind, in den Mutter-Kind-Bereich für Katzen, in das Kleintierhaus und in Katzenvermittlungshäuser. Das Tierheim hatte nach den Wasserschäden viele zweckgebundene Spenden bekommen. "Wir werden sie selbstverständlich ausschließlich für die Reparatur des Daches einsetzen", sagt Sprecherin Annette Rost. Die Hilfsbereitschaft der Berliner und Brandenburger war groß. Kinder kamen mit ihren Sparbüchsen. Schulen veranstalteten Kuchenbasare und spendeten den Erlös. Bis Ende Dezember 2017 gingen insgesamt knapp über eine halbe Million Euro ein.

Möglicherweise reiche diese zweckgebundene Summe für die Dachreparatur aus, sagt Sprecherin Rost. "In diesem Fall würden wir die finanzielle Unterstützung des Senats nicht in Anspruch nehmen müssen, die uns für die Dachreparatur avisiert wurde." Berlins Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne), in dessen Zuständigkeit auch der Tierschutz fällt, hatte das Tierheim besucht und Hilfe zugesagt.

Zum ersten Mal Landesmittel für das Tierheim

Bislang finanziert sich die Einrichtung ausschließlich durch Spenden. In diesem Jahr soll der Berliner Tierschutzverein zum ersten Mal Landesmittel für das Tierheim bekommen. Im Haushalt seien 164.000 Euro für 2018 vorgesehen, sagt Stefan Taschner, Sprecher für Tierschutz in der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Für 2019 wurden 152.000 Euro eingeplant. Der Verein könne das Geld bei der zuständigen Senatsverwaltung beantragen, so Taschner. Es werde als Zuwendung ausgezahlt. "Dieses Geld gibt es zusätzlich zu dem Betrag für die Tiersammelstelle, der über einen Vertrag mit dem Bezirksamt Lichtenberg vereinbart ist." Die Tiersammelstelle, die der Verein ebenfalls betreibt, nimmt ausgesetzte oder beschlagnahmte Hunde, Katzen und Kleintiere auf und betreut sie vorübergehend.

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