Investitionen

Der Tierpark baut um und hofft auf Eisbären-Nachwuchs

Der Berliner Tierpark will in neue Gehege und Gebäude investieren und dafür rund 30 Millionen Euro aufwenden.

Foto: dpa

Der Direktor von Zoo und Tierpark hat eine Vision: Spätestens im Jahr 2030 sollen die Besucher im Tierpark Friedrichsfelde eine Reise von Kontinent zu Kontinent machen. Mit einer Erlebnisbahn fahren die Gäste dann durch Afrika oder mit einer Gondel auf den Himalaja, um Schneeleoparden, kleine Pandas und Takine zu beobachten. Diesen Plänen ist Andreas Knieriem wieder einen Schritt näher: Im Jahre 2018 starten gleich mehrere Bauvorhaben, darunter der Umbau im Alfred-Brehm-Haus. Für das Elefantenhaus, das in eine Savanne eingebettet wird, beginnen 2018 die Planungen. 30 Millionen Euro investiert der Tierpark bis 2020 in die Neugestaltung und Vergrößerung von Gehegen.

Wichtigstes Bauvorhaben ist der Umbau des Alfred-Brehm-Hauses. Das denkmalgeschützte Raubtierhaus, Baujahr 1963, soll in ein modernes Regenwaldhaus umgestaltet werden, in dem der Besucher die Tierwelt südostasiatischer Inseln entdeckt. Malaienbären werden auf Naturfelsen klettern, Hinterindische Tiger durch das Dickicht streifen, Sumatra-Tiger, Java-Leoparden und Baumkängurus teilen sich mit ihnen das 5300 Quadratmeter große Regenwaldhaus. Die Sibirischen Tiger gehörten dort nicht mehr rein, sagt Direktor Andreas Knieriem. Die sollten wieder ordentlich Fell und eine eigene Anlage bekommen.

Immer neue Probleme bei Vorbereitungen

Längst sollte der Umbau begonnen haben. Doch bei den ersten vorbereitenden Arbeiten tauchten immer neue Schwierigkeiten auf: Fundamente, Leitungen und Schächte waren fehlerhaft in Bauzeichnungen eingetragen, ein Starkstromkabel überhaupt nicht eingezeichnet. Mehrkosten von 150.000 Euro mussten erst gestemmt werden. „Aber Anfang nächsten Jahres, voraussichtlich im März, geht es richtig los“, so Knieriem.

Die Anlage liege ihm besonders am Herzen, weil sie dringend an die Ansprüche moderner zoologischer Einrichtungen angepasst werden müsste. Finanziert wird der Umbau zum Großteil von der Lottostiftung mit 3,6 Millionen Euro und vom Land mit 2,2 Millionen Euro. Bis Mitte nächsten Jahres sind die 21 Tiere noch zu sehen, danach werde nach Baufortschritt entschieden, wie es weitergehe, so die zoologische Leiterin Nadja Niemann. Nach der Fertigstellung würden im Regenwaldhaus nur noch 40 Prozent Raubtiere zu sehen sein. Dazu kommen 40 Prozent Amphibien und Reptilien und 20 Prozent Vögel – alle aus demselben geografischen Lebensraum.

Auch die Elefanten sollen es bald besser haben. Das 30 Jahre alte Dickhäuterhaus wird umgebaut und die Außenanlage als afrikanische Savannenlandschaft mit Felsen und Schlammkuhle gestaltet. Dort sollen ab 2020 auch Zebras und Giraffen leben. Die Elefanten werden künftig nach Herkunft getrennt: Die Afrikanischen Elefanten sind im Tierpark zu sehen, die Asiatischen im Zoo. Etwa 20 Millionen Euro koste „die moderne Hütte für die grauen Riesen“, so Knieriem. Ende 2019 sollen die Arbeiten starten.

Schlangenfarm für Besucher ab sofort geschlossen

Nicht mehr zu retten ist das Gebäude der Schlangenfarm. Sie bleibt ab sofort für Besucher geschlossen. Die Bausub­stanz ist marode und von Schimmel und Schädlingen befallen. Knieriem erwägt einen Abriss. Die Tiere sollen teils im Tierpark verteilt werden, teils in andere Zoos umziehen.

Zwei weitere Vorhaben gab der Tierpark ebenfalls am Donnerstag bekannt: Im Affenhaus entsteht derzeit eine interaktive Entdeckertour zum Thema Artenschutz. Die Ausstellung wird Ende November eröffnen. Anschließend sollen die Affen auf der Außenanlage eine neue Kletterlandschaft bekommen. Und im Verwaltungsgebäude, das derzeit geräumt ist, beginnen die Umbauarbeiten Anfang 2018. Für drei Millionen Euro wird das Haus saniert und generalüberholt. Ende 2018 sollen Direktor, Kuratoren und Mitarbeiter dort zusammenarbeiten.

Beendet ist die Entsorgung der Schuttberge. Fast 5000 Laster mussten den belasteten Bauschutt nach Schöneiche bringen. Die Fläche auf dem Wirtschaftshof bleibe erst einmal frei, sagt Knieriem. Zwei Millionen Euro musste der Tierpark dafür bezahlen, die Klage gegen die Firma läuft noch.

Mehr zum Thema:

Berliner Eisbärendame Tonja könnte neuen Nachwuchs erwarten

Schuttberge im Tierpark müssen abgetragen werden

Tod von Eisbär Fritz berührt Menschen auf der ganzen Welt