Berlin-Hohenschönhausen

Tödlicher Streit - Mann ersticht Ehefrau in der Küche

In Neu-Hohenschönhausen hat ein 46 Jahre alter Mann seine Ehefrau getötet und selbst die Feuerwehr angerufen. Eine Mordkommission ermittelt nun zu den Hintergründen.

Foto: schroeder

Um kurz vor Mitternacht am Mittwoch erreichte der Notruf die Feuerwehr. Ein Mann meldete eine durch Messerstiche verletzte Person in Neu-Hohenschönhausen. Doch als die Rettungskräfte wenig später in der Wohnung in dem sechsgeschossigen Wohnhaus an der Straße Rotkamp ankamen, fanden sie nur noch eine leblose Frau auf. Sie starb noch in der Wohnung, lag nach Angaben der Polizei auf dem Boden in der Küche. An ihrem Oberkörper waren mehrere Stichverletzungen zu sehen. Ein Notarzt versuchte noch, die Frau zu reanimieren. Doch sein Einsatz blieb ohne Erfolg.

Bei der getöteten Frau handelt es sich um die 40 Jahre alte Reni P. Der Anrufer war Ivaylo P., ihr sechs Jahre älterer Ehemann, der noch in der Wohnung vorläufig festgenommen wurde. Die Spurensicherung zog sich bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstag hin. Zu der Frage, ob dabei auch die Tatwaffe gefunden wurde, machte die Polizei zunächst keine Angaben. Der mutmaßliche Täter Ivaylo P. wurde noch am Donnerstag zu den Hintergründen der Tat befragt. Nach Angaben eines Justizsprechers zeigte er sich dabei geständig. Eine mögliche Beziehungskrise soll das Motiv für die Tat gewesen sein.

Nach Angaben von Nachbarn war eine Ehekrise nicht zu erkennen gewesen. Das Paar soll seit etwa einem Jahr in der Wohnung im ersten Stock wohnen. Es hat keine Kinder. Beide sollen sehr höflich gewesen sein und zurückgezogen gelebt haben. Durch Auseinandersetzungen oder Streitereien seien sie nicht aufgefallen. „Im Gegenteil. Sie schienen immer ganz verliebt“, beschrieb eine Nachbarin am Donnerstagmorgen das Ehepaar.

Laut ihren Facebook-Profilen waren die zwei seit etwa viereinhalb Jahren verheiratet. Sowohl Reni P. wie auch Ivaylo P. sollen aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia kommen. In Berlin arbeiteten sie nach Informationen der Berliner Morgenpost gemeinsam bei einem Logistikunternehmen. Am Mittwoch soll das Ehepaar, wie Anwohner berichteten, noch zusammen in einem Supermarkt Lebensmittel eingekauft haben. Dabei hatte nichts auf die spätere Auseinandersetzung hingedeutet.

Haftbefehl wegen Totschlags

Die 1. Mordkommission ermittelt gegen den Tatverdächtigen wegen des Verdachts auf Totschlag. Polizisten verteilten Zettel im Haus mit der Bitte, dass sich die Hausbewohner bei der Polizei melden sollten. Auch die Obduktion wurde am Donnerstag durchgeführt. Gegen den Mann wurde am Donnerstag Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Immer wieder kommt es in Berlin zu Tötungsdelikten im Familienkreis. Sie werden der Kategorie der häuslichen Gewalt zugerechnet. Die Polizei spricht von häuslicher Gewalt, wenn Täter und Opfer in einer aktuellen oder ehemaligen partnerschaftlichen Beziehung stehen oder ein Angehörigenverhältnis (zum Beispiel Gewalt gegen Kinder) zueinander besteht. Im Jahr 2013 registrierte die Berliner Polizei 15.971 Fälle häuslicher Gewalt. Mehr als die Hälfte davon war einfache oder gefährliche Körperverletzung. Mehr als drei Viertel der Tatverdächtigen waren männlich, während umgekehrt drei Viertel aller Opfer weiblich waren.

Weiterer Fall häuslicher Gewalt

Zuletzt war über die Weihnachtsfeiertage eine Frau in Marienfelde offenbar von ihrem Sohn getötet worden. Nachbarn hatten am 28. Dezember einen lauten Streit gehört und die Polizei in die Wohnung an der Föttingerzeile gerufen. Die eintreffenden Polizisten fanden dort eine 50-Jährige, die offenbar gewaltsam ums Leben gekommen war.

Der 30 Jahre alte Sohn der Frau hatte außerdem den 44 Jahre alten Freund der Frau mit einem Messer schwer verletzt. Er hatte mehrere Wunden am Rücken. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Sohn war nach dem Streit vom Balkon der Wohnung im zweiten Stock gesprungen. Er musste ebenfalls schwer verletzt in eine Klinik eingeliefert werden.

Foto: Thomas Schröder