Konzert

Bryan Adams wird in Berlin frenetisch gefeiert

Der kanadische Superstar Bryan Adams ist zurück in der Mercedes-Benz Arena und rockt die Halle als gäbe es kein Morgen.

| Lesedauer: 2 Minuten
Ulrike Borowczyk
Bryan Adams hatte in Berlin fast ein Heimspiel (Archivbild)

Bryan Adams hatte in Berlin fast ein Heimspiel (Archivbild)

Foto: Pop-Eye

Berlin. Bryan Adams steht offenbar über den Dingen. Anders ist es kaum zu erklären, dass „Doris“ ihm so ungeniert die Show stehlen darf. Denn das aufblasbare weiße Chrysler-Cabrio, das über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegt, wird so eifrig von den Handy-Kameras abgelichtet, dass der Rockstar und seine Band darüber beinahe zur Nebensache geraten. Aber Bryan Adams weiß auch sehr genau, wie er sich wieder nachdrücklich in Erinnerung bringen kann: Er greift zum Mikrofon und heizt dem Publikum einfach mit seinen Mega-Hits ordentlich ein.


Der kanadische Superstar ist zurück in der Mercedes-Benz Arena und rockt die Halle als gäbe es kein Morgen. Zuletzt war der 63-Jährige mit Wohnsitz in London im Juni 2019 hier. Nun wird er nach über drei Jahren Abstinenz frenetisch gefeiert. Bietet er den Zuschauern doch genau das, was sie von ihm erwarten: Gradlinigen, schnörkellosen Rock einerseits und zarte, gefühlige Lovesongs andererseits. Sein bewährter Feelgood-Rock-Mix seit über vier Jahrzehnten.


Im Gepäck hat er aber auch sein 15. Studioalbum „So Happy It Hurts“, nachdem die Tour benannt ist. Davon gibt es natürlich auch einige Titel. Wie den Opener „Kick Ass“. Knappe, harte Gitarrenriffs sorgen dabei von Anfang an für Tempo und beste Stimmung. Bryan Adams liefert dazu eine überaus energiegeladene Performance ab. Rock’n’Roll pur, dem „Can't Stop This Thing We Started“ folgt. Die Menge tobt wenige Minuten nach Konzertbeginn. Bryan Adams kann den frühen Höhepunkt durchaus sich leisten. Schließlich hat er einen höchst umfangreichen Songkatalog nach über vier Jahrzehnten in der Musikbranche.


Der mehrfache Grammy-Preisträger ist einer der erfolgreichsten Rockstars weltweit. Bekannt für seine mitreißenden Live-Qualitäten. Und dennoch angenehm unprätentiös und entspannt. Er beherrscht die ruppigen Töne genauso perfekt wie die soften. So entzückt er die Damenwelt selbstredend mit seinen Balladen „Everything I Do“ und „Please Forgive Me“. Er platziert aber auch immer wieder die schnellen Nummern mit hoher Drehzahl dazwischen. Wie „18 Till I Die“ oder das legendäre „Summer Of 69“. Eine stimmungsvolle, teils herrlich nostalgische musikalische Werkschau mit hohem Wohlfühl-Charakter.