Bauvorhaben

Neue Sanierungspläne für Panorama-Hotel am Adenauerplatz

Für das Panorama-Hotel-Areal legte der Investor drei Varianten für Sanierungen vor, die im Bauausschuss der BVV diskutiert werden.

So könnte Panorama-Hotel-Areal am Adenauerplatz den Plänen zufolge aussehen.

So könnte Panorama-Hotel-Areal am Adenauerplatz den Plänen zufolge aussehen.

Foto: Max Dudler / Privat

Der Adenauerplatz verwahrlost seit Jahren. Das Wohnhaus an der Wilmersdorferstraße 82/83 sowie das Panorama-Hotel an der Lewishamstraße stehen leer. Für das Panorama-Hotel-Areal legte der Investor Berlinhaus nun drei Varianten für Neubaupläne und Sanierungen vor, die im Bauausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert werden. In die nächste Sitzung des Ausschusses soll der Investor zur Diskussion mit den Fraktionen eingeladen werden. Doch nicht alle Mitglieder des Gremiums sind von den neuen Entwürfen überzeugt.

In allen drei Varianten des Architekten Max Dudler ist vorgesehen, auf der Parkpalette neben dem Hotel einen siebenstöckigen Neubau zu errichten. Zudem sollen die Wohnungen an der Ecke Lewishamstraße/Waitzstraße saniert werden. In Bezug auf das Panorama-Hotel unterscheiden sich die drei Pläne: Der Hotelkomplex soll entweder saniert, abgerissen und neu gebaut oder um ein Stockwerk erhöht werden.

CDU und FDP fordern Aufstockung des Panorama-Hotels

Die CDU will, dass ein weiterer Stock auf das Hotel gebaut wird. Ein Bebauungsplan müsse für diesen Entwurf nicht erarbeitet werden, das Bezirksamt müsse lediglich die zusätzliche Baumasse genehmigen, wie der CDU-Bezirksverordnete Hans-Joachim Fenske erklärt. „Wir bevorzugen die maximale Ausbaustufe des Hotels. Ein neu gebautes Hochhaus wäre uns auf dem Grundstück lieber gewesen, doch der Investor möchte das nicht mehr“, so Fenske weiter. Die Aussicht auf eine jahrelange Bauverzögerung durch wiederholte Beratungen mit dem Baukollegium aufgrund der Hochhausleitlinien habe den Investor abgeschreckt, weitere Hochhauspläne zu entwickeln.

Unter den aktuellen Varianten favorisiert auch die FDP die Aufstockung des Hotels. „Ich bin sehr froh, dass am Adenauerplatz endlich etwas passiert“, sagt der baupolitische Sprecher Johannes Heyne. Doch auch er bedauert, dass der Bau eines Hochhauses auf dem Panorama-Hotel-Areal an den voraussichtlichen Verzögerungen durch Beratungen scheiterte.

SPD will keine bloße „Stadtreparatur“

An dem ursprünglichen Hochhausplan festhalten will die SPD. Für die Fraktion komme deshalb keine der drei neuen Varianten infrage, wie der baupolitische Sprecher Wolgang Tillinger erklärt. „Mit dem Bau eines Hochhauses gäbe es auf dem Grundstück eine kontinuierliche Höhenentwicklung vom Kurfürstendamm bis zur Waitzstraße“, sagt er. Die aktuellen Pläne stellten hingegen eine bloße „Stadtreparatur“ dar, die die Aufenthaltsqualität am Adenauerplatz kaum erhöht. Die Fraktion lege Wert auf die Neugestaltung des Platzes sowie den Erhalt von Wohnraum auf dem Areal, so Tillinger weiter.

Dass die Fassade des Panorama-Hotels in den drei neuen Entwürfen nun nicht mehr begrünt werden soll, kritisiert die baupolitische Sprecherin der Grünen, Jenny Wieland. Zudem befürchtet sie, dass der Neubau auf der Parkpalette die Wohngebäude in Richtung Waitzstraße beschattet und somit unbewohnbar macht. „Der Wohnraum müsste dann an anderer Stelle vom Investor kompensiert werden“, sagt Weiland. Sie bevorzugt den Entwurf, der lediglich eine Sanierung des Hotels vorsieht.

Linke möchte auf Areal Sozialwohnungen errichten

Bezahlbaren Wohnraum anstelle des Hotels fordert die Linke. „Wir brauchen im Bezirk nicht weitere Hotelbetten. Das schafft keinen Mehrwert“, sagt der baupolitische Sprecher Niklas Schenker. Am Adenauerplatz sieht Schenker die Chance, Sozialwohnungen zu errichten. Obwohl er den Weiterbetrieb des Panorama-Hotels kritisiert, kann er sich vorstellen, über dessen Aufstockung zu diskutieren.

Alle Fraktionen sind bereit, mit dem Investor Berlinhaus im Bauausschuss über die Zukunft des Panorama-Hotel-Areals zu sprechen. Die Architektin des geplanten Neubaus an der Wilmersdorferstraße gegenüber dem Hotel soll hingegen keine Chance bekommen, von den Fraktionen gehört zu werden. Gegen eine Einladung der Architektin Eike Becker stimmten die Grünen, Linken sowie die SPD. Sie verwiesen darauf, dass der Entwurf des Investors Wiwela Bau Projekt GmbH aufgrund der überschrittenen Baumasse sowie des knapp bemessenen Wohnraums indiskutabel sei.