Verkehrsplanung

SPD mit Verkehrskonzept für Charlottenburg-Wilmersdorf

Die SPD möchte, dass Straßen in Charlottenburg-Wilmersdorf sicherer und Fußgänger in die Verkehrsplanung einbezogen werden.

Alexander Sempf (l.), Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), und Lothar Saßen, stellvertretender BVV-Fraktionsvorsitzender der SPD.

Alexander Sempf (l.), Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), und Lothar Saßen, stellvertretender BVV-Fraktionsvorsitzender der SPD.

Foto: Lea Verstl

Berlin. Die SPD möchte, dass Straßen in Charlottenburg-Wilmersdorf sicherer und Fußgänger in die Verkehrsplanung einbezogen werden. Das ist Inhalt des Verkehrskonzepts, das die Sozialdemokraten am Freitagabend vorstellten „Wir möchten das bestehende Konzept des Bezirks so erweitern, dass es auf die neuen Herausforderungen des Wirtschafts-, Fußgänger- und Fahrradverkehrs angepasst ist“, sagte Alexander Sempf, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

So möchte die SPD sich nun dafür einsetzen, dass an stark befahrenen Straßen in Charlottenburg-Wilmersdorf Ladezonen eingerichtet werden. Lieferdienste blockieren Sempf zufolge zunehmend die Straßen, um Pakete zu liefern. Dies stellt ein Sicherheitsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer dar, insbesondere aber für Fußgänger und Fahrradfahrer, die den Lastwagen und Pick-ups ausweichen müssen. Zudem soll angeregt werden, dass kleine und mittelständische Unternehmen im Bezirk ihre Lieferungen bündeln, damit der Wirtschaftsverkehr reduziert wird.

Auch in Bezug auf Schulwege erkennt die Fraktion Sicherheitsrisiken im Stadtverkehr. In dem Papier zum Verkehrskonzept, das der Berliner Morgenpost vorliegt, heißt es, es soll geprüft werden, ob „Straßen vor Beginn und am Ende der Unterrichtszeiten temporär für den motorisierten Straßenverkehr gesperrt werden können.“ Sempf zufolge hat die Prüfung von Gefahrenstellen vor Grundschulen bereits begonnen. Sie soll Ende 2020 für alle Grundschulen im Bezirk abgeschlossen sein. Für die Umsetzung des Projekts hatte der Bezirk bereits im Herbst 2019 zusätzliche Mittel bewilligt. „Unser Ziel ist es, künftig weitere Mittel bereitzustellen, um Schulwege sicherer zu machen“, sagt Sempf. Im Herbst 2021 sollen bereits Gefahrenstellen vor einigen Grundschulen zu verkehrsberuhigten Bereichen werden.

Eine weitere Idee des Konzepts besteht darin, neben Fahrrädern auch Lastenräder zu nutzen. „Mit Lastenräder können schwere Ladungen über kurze Entfernungen transportiert werden. Dadurch stellen diese Räder auch bei Einkäufen eine Alternative zu Autos dar“, erklärt Sempf. Der Bezirk habe zwar bereits ein Konzept für Fahrrad-Stellplätze entwickelt. Die Infrastruktur zum Abstellen von Lastenrädern fehle bisher jedoch.

Eine weitere Idee ist die Gründung eines sogenannten Fußrats. In diesem Rat sollen sich Experten und Bürger versammeln, um gemeinsam über die Interessen von Fußgängern zu beraten, sagt Lothar Saßen, stellvertretender BVV-Fraktionsvorsitzender der SPD. Verbände für Fahrradfahrer haben in Berlin in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Eine entsprechend einflussreiche Gemeinschaft für Fußgänger gebe es im Bezirk jedoch nicht, meint Saßen. Der Fußrat soll in naher Zukunft gegründet werden, um die BVV als Gremium zu beraten.

Das Verkehrskonzept soll Sempf und Saßen zufolge noch weiterentwickelt werden. Um die Leitlinien sinnvoll zu gestalten, werde die Fraktion das Gespräch mit Bürger- und Fahrrad-Initiativen suchen. Zeitgleich sollen die Vorschläge in der BVV diskutiert werden, um gemeinsam mit anderen Fraktionen den Verkehr für den gesamten Bezirk zukunftsfähig und einheitlich zu gestalten.