World Ckean Up Day

Cleanup-Day 2019: Gesichter hinter den Geschichten zeigen

Auf dem Steinplatz in Charlottenburg gibt es anlässlich der Cleanup-Aktionen in der Stadt diesen Sonnabend ein Fest.

Delegation aus Sri Lanka zum Clean UP Day in CW

Delegation aus Sri Lanka zum Clean UP Day in CW

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg-Wilmersdorf.  Sri Lanka ist ein Paradies – zumindest für Urlauber. Für viele Einheimische sieht das anders aus. Der Inselstaat im Indischen Ozean ist besonders betroffen von Plastikmüll im Meer und an seinen Küsten. „Wir bekommen hier den Müll auch aus China und vor allem aus Indien, weil die beiden Monsun-Winde ihn zu uns bringen“, sagt der Nachhaltigkeitsexperte Dilsiri Welikala. Tiere wie Meeresschildkröten oder Delfine im Wasser, aber beispielsweise auch Elefanten an Land würden den Müll mit ihrer Nahrung aufnehmen und verenden. Mikroplastik-Partikel landeten aber auch in Nahrungsmitteln, die Menschen zu sich nehmen. Welikala gehört zu einer dreiköpfigen Delegation aus Sri Lanka, das auf Einladung des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin weilt, und auch an der zentralen Veranstaltung zum World Clean Up Day am Sonnabend, 21. September, auf dem Steinplatz teilnimmt.

Bilder aus dem Alltag anderer Menschen zeigen

„Wir wollen damit weg von Kopf hin zu den Gesichtern“, sagt Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne). Viele Menschen würden ganz theoretisch wissen, dass Plastik auf den Weltmeeren schwimmt. Mit Menschen, die es ganz konkret betrifft und die Bilder aus ihrem Alltag zeigen könnten, bekommen die Geschichten ein Gesicht“, sagt der Stadtrat. Der Clean Up Day ist damit auch der Startschuss für ein interkommunales Projekt zwischen dem Bezirk und einer Region in Sri Lanka.

Aus Plastikmüll Gegenstände des täglichen Lebens fertigen

Die Stabsstelle für nachhaltige Entwicklung, die zu Schruoffenegers Ressort gehört und das Berliner Start up Merijaan planen mit Partnern und kommunalen Vertretern aus Sri Lanka ein Partnerschaftsprojekt zum Thema Müllvermeidung, Meeresschutz und Upcycling. „Unsere Vision ist: Wir verbinden unsere Leidenschaft für Kite Surfen mit unseren Traum von plastikfreien Ozeanen“, sagt Gianna Mewes vom Start up „Upcycling plastic into visions“. Menschen in Sri Lanka, die Plastik aus dem Meer fischen oder vom Strand aufsammeln sollen dafür Geld bekommen. Aus diesem „Rohstoff“ sollen dann neue Produkte wie beispielsweise Zubehör zum Kite Surfen, hergestellt werden. „Gleichzeitig wollen wir gemeinsame Unterrichtseinheiten zwischen Schulen hier in Charlottenburg-Wilmersdorf und in Sri Lanka anstoßen“, sagt Lidia Perico von der Stabsstelle.

„Unsere Erde zu schützen, setzt ein gemeinsames nachhaltiges Handeln voraus. Wir Kommunen haben dabei nicht nur große Verantwortung, sondern auch ein großes Potenzial, sagt Schruoffeneger. „Wir müssen global denken, aber lokal handeln.“

Fest auf dem Steinplatz zum Cleanup Day

„Think global – act local“ lautet deshalb auch das Motto des Festes auf dem Steinplatz an diesem Sonnabend, das die zahlreichen Cleanup-Aktionen in der Stadt ergänzt und als Plattform für Information, Austausch und Inspiration von 14 bis 19 Uhr Uhr dienen soll. Zentrale Fragen zur Vermeidung von Müll, Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Umwelt, sowie zukunftsfähige Konzepte, Produkte und Innovationen stehen dabei im Mittelpunkt. Rund 40 Initiativen und Unternehmen präsentieren auf dem Charlottenburger Stadtplatz an der Hardenbergstraße ihre innovativen Ideen begleitet von einem abwechslungsreichen Workshop-Angebot für Jung und Alt.

Programm mit Musik, Entertainment und Information

Die Besucher erwartet auf der Bühne ein buntes Programm mit Musik und Entertainment. Der Auftakt bildet um 14.30 Uhr ein Info-Talk mit Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und internationalen Gästen darunter Elke Breitenbach (Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Stefan Tidow (Grüne), Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Oliver Schruoffenegger (Grüne), Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf), Christine Richter, Chefredakteurin der Berliner Morgenpost sowie Beate Ernst, Vorsitzende der wirBERLIN gGmbH, die das Fest in Kooperation mit der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf organisiert.