City West

Trauer um "Riverboat"-Gründer Michael Burdensky

Mit dem "Riverboat" und den "Coupé 77" am Kurfürstendamm schuf Michael Burdensky zwei Legenden.

Ein glückliches Ehepaar: Michael Burdensky und seine Frau Kersten von Schnakenburg

Ein glückliches Ehepaar: Michael Burdensky und seine Frau Kersten von Schnakenburg

Foto: privat

Wilmersdorf. Er hat das „Riverboat“ gegründet und war der Chef des vornehmen Nachtclubs „Coupé 77“ am Kudamm, der so elegant war, dass sogar Gunther Sachs der Zutritt ohne Krawatte verweigert wurde: Vor einigen Tagen ist Michael Burdensky im Alter von 86 Jahren in einem Pflegeheim in Zehlendorf gestorben.

Weit über Berlin hinaus bekannt

Der gebürtige Leipziger Michael Burdensky hat zwar ein paar Semester Jura studiert, doch schnell gemerkt, dass das nichts für ihn ist. Lieber hat er in den Jahrzehnten nach dem Krieg die Musikszene im Westteil Berlins aufgemischt. Als er 1959 die „Janika Bar“ im ehemaligen „Haus der Konfektion“ am Fehrbelliner Platz übernahm und darin das „Riverboot“ einrichtete, schuf er damit eine Institution, die weit über Berlin hinaus berühmt war.

Ein Gentleman der alten Schule

Auf einem Hamburger Schiffsfriedhof kaufte Burdensky Bullaugen, Beschläge und sonstiges Schiffs-Inventar, um damit das „Riverboat“ auszustatten. Auf vier Bühnen spielten unterschiedliche Bands. Darunter auch die „Gloomys“, die Band von Frank Zander. Burdensky legte seiner Hausband das Geld für eine vernünftige Anlage aus, mit der sie Berlin erst einmal zeigen, was sie drauf hatten. Als Dank für seine Unterstützung nahmen die "Gloomys" zusammen mit anderen Bands eine Souvenirplatte für den "Riverboat"-Chef auf. Dafür erhielt die Band dann sogar ein Plattenvertrag.

Frank Zander und seine Frau Evelyn haben sich im "Riverboat" kennengelernt. Sie erinnert sich gern an Michael Burdensky. "Er war ein Gentlemen der alten Schule“, sagt sie. „Nicht, weil er immer elegant gekleidet war, sondern weil er immer so überaus korrekt und sehr höflich war.“

Geprägt hat das "Riverboat" auch Andreas Kieß, der mit seinem "Surface Club" einmal im Monat an die Musik erinnert, die die Zeit seiner Jugend geprägt hat.

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