Mädchenfußball

Kein Platz: SCC-Soccer Girls können nicht trainieren

Trainingsplatz im Eichkamp nicht wie geplant fertig geworden. Stadträtin will sich um Alternativen bemühen.

Die Schule beginnt wieder, aber das Trainingsplatz für die SCC-Soccer-Girls ist nicht wie geplant fertig geworden.

Die Schule beginnt wieder, aber das Trainingsplatz für die SCC-Soccer-Girls ist nicht wie geplant fertig geworden.

Foto: Christian Schalow

Charlottenburg. Christian Schalow schlägt Alarm. Nächste Woche beginnt die Schule wieder und auch die SCC-Soccer-Girls wollen wieder mit ihrem Training loslegen. Doch der Kunstrasen-Platz in der Wally-Wittmann-Anlage an der Waldschulallee ist noch nicht einmal ansatzweise fertig. „Da stehen Bagger und anderes Gerät rum, aber von Arbeitern keine Spur. Das ist so Berlin-typisch“, sagt der Fußball-Trainer. „Ich weiß nicht, wo ich nächste Woche mit den Mädchen trainieren darf, wir haben keine alternativen Plätze angeboten bekommen und das Sportamt rührt sich nicht“, sagt Schalow.

Sportstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) kennt das Problem allerdings: „Die Firma, die den Platz gemacht hat, wurde für Arbeiten für die Leichtathletik-EM abgezogen, das ja als Großevent erst einmal im Vordergrund stand.“ Jetzt sei die Firma wieder abkömmlich und setze die Arbeiten an der Wally-Wittmann-Anlage fort. „Wir gehen davon aus, dass der Platz bis Ende September fertig ist“, sagt die Stadträtin. „Wir sind gerade dabei über Verdichtung der Trainingspläne die Mädchen auf einem anderen Platz unterzubringen.“ Bezahlt wird die Sanierungsmaßnahme für den Platz aus dem 18-Millionen-Euro-Topf des bezirklichen Sportanlagensanierungsprogramms des Senats. Damit sei jetzt auch die benachbarte, 97.000 Quadratmeter große Hans-Rosenthal-Anlage pünktlich zum Schuljahresbeginn wieder auf Vordermann gebracht worden, sagt Schmitt-Schmelz.

Beim Sportclub Charlottenburg (SCC) sieht man die Verzögerung mit „Bauchschmerzen“, sagt SCC-Geschäftsführer Andreas Hilmer. „Wir kommen da gewaltig in die Bredouille, wenn der Platz nicht fertig wird. Alternativen wurden uns bislang auch nicht aufgezeigt wie das weitergehen soll.“ Dass der Platz nicht fertig ist beträfe beim SCC ja nicht nur die Fußballerinnen, sondern auch die American Footballer,„Berlin Rebells“, die immerhin in der 1. Bundesliga spielen würden, und auf dem Platz drei Trainingseinheiten in der Woche haben. „Die müssen unbedingt trainieren, die stehen auf einem Play-off-Platz“, sagt Hilmer. Das Schlimmste aber sei, dass vom 7. bis 9. September das traditionelle Jugend-Hockey-Turnier „Bärchen-Cup“ auf den beiden Kunstrasen-Plätzen der Wally-Wittmann-Anlage stattfinden soll. „Wir haben die Genehmigung dafür auch schon seit Wochen vorliegen“, sagt er. Jetzt sei die Hockey-Abteilung schon am Überlegen, ob einige Mannschaften ausgeladen werden müssten. „Wir würden es also sehr begrüßen, wenn wir da zeitnah Lösungen diskutieren könnten, wie wir den Rest des August und den ganzen September konkret überbrücken können“, so der SCC-Geschäftsführer.