Berlin

Das Ende des Swissôtel: Büros statt nobler Hotelzimmer

Das Swissôtel am Kurfürstendamm verschwindet. Die neuen Besitzer äußern sich zu den Gründen und was sie planen.

Swissotel Swiss Hotel Kudamm Kurfürstendamm Augsburger Str. Joachimsthaler Str. 2.7.18

Swissotel Swiss Hotel Kudamm Kurfürstendamm Augsburger Str. Joachimsthaler Str. 2.7.18

Foto: Frank Lehmann

Berlin.  Im Gebäude des Swissôtels sollen ab 2019 voraussichtlich neue Büroflächen entstehen. Das bestätigten die Besitzer der RFR Holding am Montag. Seit Mai gehört das Gebäude am Kurfürstendamm den Immobilieninvestoren aus Frankfurt und der Düsseldorfer Cen­trum Gruppe. Zuvor gab das Hotel bekannt, dass der Betrieb zum Ende des Jahres eingestellt wird. Mit dem Waldorf Astoria, dem Hotel Zoo und dem Hotel Bristol gehörte das Swissôtel zu den hochklassigsten Luxushotels am Kurfürstendamm.

„Wir sind natürlich in Gespräche mit den Bestandsmietern gegangen und aus diesen Gesprächen hat sich das Ende des Mietverhältnisses sehr einvernehmlich ergeben“, sagte RFR-Managerin Birgit Ritscher-Filka. Aus der Auflösung ergebe sich nun die Frage, wie mit dem Gebäude zukünftig umgegangen werden soll, so Ritscher-Filka weiter. Geplant seien neue Büroflächen, an denen es in Berlin stark mangle.

Thomas Lengfelder, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands in Berlin (Dehoga), kann nicht nachvollziehen, warum das renommierte Hotel seinen Standort in der Stadt aufgeben will: „Das Hotel war immer gut belegt, mir sind keinerlei Klagen bekannt, ganz im Gegenteil. Die Entscheidung geht vom neuen Eigentümer aus und hat, nach meiner Wahrnehmung, nichts mit der Belegungssituation der Stadt zu tun.“ Der Vermieter scheine sich höhere Einnahmen durch Büros zu versprechen als durch die Hotelbetreiber, vermutet Lengfelder.

Birgit Ritscher-Filka sagte, sie kenne die Zahlen des Hotels nicht. Doch Gründe könne es viele geben: „Das ist die Entscheidung des Hotels selbst. Es muss nicht unbedingt an schlechten Zahlen liegen“, so die RFR-Managerin. Die Auflösung des Mietverhältnisses sei auch auf Wunsch der Hotelbetreiber geschehen. Doch auch die RFR Holding sehe, dass der Markt für neue Büroflächen dem Unternehmen vielversprechende Einnahmen bescheren könnte: „Alle Immobilienmakler im Bereich Bürovermietungen sagen ja das Gleiche: Das Angebot an Büroflächen ist unglaublich gering.“ Die Eigentümer rechnen damit, dass schnell ein neuer Mieter für das Gebäude am Kurfürstendamm gefunden werde.

Warum nun der Standort in Berlin aufgegeben wird, bleibt unklar. Das Management von Accor Invest Germany, der Mutterkonzern von Swissôtel, will keine weiteren Informationen veröffentlichen. Fest steht, dass das Gebäude am 31. Januar 2019 dem Eigentümer zurückgeben wird. Insgesamt sind 120 Mitarbeiter, davon 23 Auszubildende, bei Swissôtel Berlin beschäftigt und von der Schließung des Hotels betroffen. Nach Angaben des Unternehmens sollen alle Mitarbeiter und Auszubildende dabei unterstützt werden, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in anderen Häusern der Accor-Hotels-Gruppe in Berlin zu finden.

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