Kellnerlauf 2018

Im Laufschritt über den Kudamm

Kellnerlauf, Fest auf der Bergmannstraße, zu Besuch bei der KPM – am Wochenende gibt es einiges zu erleben.

Koffer tragen gehörte auch zu den Disziplinen des Kellnerlaufs

Koffer tragen gehörte auch zu den Disziplinen des Kellnerlaufs

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Zugegeben, die Fußball-WM ist aus deutscher Sicht nicht mehr so attraktiv. Anhänger anderer Nationen sehen das allerdings anders: So war die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni in Mitte am Sonnabendnachmittag zum Spiel Frankreich gegen Argentinien überraschend voll. Zehn Minuten musste warten, wer auf das Gelände am Brandenburger Tor wollte. Doch auch an vielen anderen Orten gab es Gelegenheiten, sich zu amüsieren. Die Berliner Morgenpost hat sich bei einigen umgesehen:

Berliner Kellnerlauf: Das weiße Hemd noch schnell in die Hose stecken, die Krawatte richten, die Schürze befestigen, den Kochhut aufsetzen – und los geht’s! Kellner, Pagen, Köche und Barkeeper traten beim achten Berliner Kellnerlauf auf dem Kurfürstendamm gegeneinander an, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei verschiedenen Wettbewerben mussten die einzelnen Gruppen mit knapp 50 Teilnehmern einen 400 Meter langen Parcours vom Kranzler Eck bis zur Kreuzung Fasanenstraße und zurück bewältigen. Einige Tausend Besucher verfolgten dabei das Spektakel und feuerten die Läufer an.

So war die Aufgabe der Köche, während des Laufs, Eischnee mit dem Schneebesen zuzubereiten und am Ziel mit Zucker zu bestäuben, zu karamelisieren und mit Früchten zu dekorieren. Die Barkeeper waren aufgefordert, einen leckeren Cocktail beim Laufen zuzubereiten. Die Pagen mussten einen zehn Kilo schweren Koffer durch das Ziel tragen. Kellnerinnen hatten die Aufgabe, ein Tablett mit einer vollen Kaffeetasse zu tragen und dabei so wenig wie möglich zu verschütten. Zuletzt traten die Kellner an, die Bier auf einem Tablett serviert ins Ziel tragen mussten.

Auch der sogenannte Runners Cup wurde an diesem Tag verliehen. Die Mieter des Kranzler Ecks mussten dafür einen Staffellauf bewältigen. Mit dabei war auch dieses Jahr die Wiener Bäckerei. „Es war sehr anstrengend. Ich habe es echt unterschätzt“, sagte Mitarbeiterin und Mitläuferin Melisa Yördem. Für die Chefin des Betriebes, Tugcen Tanyilmaz, ist dieser Lauf von großer Bedeutung. „Den Mitarbeitern macht es jedes Jahr Spaß. Die Veranstaltung schweißt uns alle noch mehr zusammen“, sagte sie. Doch den Sieg konnte sich das Team dieses Jahr nicht holen. Es hat nur für den dritten Platz in ihrer Gruppe gereicht.

Dem Team, welches jedoch aus den Wettkämpfen als Sieger hervorging, winkte ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro und andere Sponsorenpreise.

Bergmannstraßenfest: Bei etwas mehr als 20 Grad herrschten ideale Bedingungen für ein Straßenfest. Wie zum Beispiel das Bergmannstraßenfest, das bis heute in Kreuzberg gefeiert wird. Mehr als 50 Musikbands auf insgesamt vier Bühnen spielen – vor allem Jazz. Schon am Nachmittag drängten sich die Besucher auf der beliebten Kiezstraße.

Bergmannstraße, Kreuzberg,
Sonntag: 11 bis 22 Uhr, Eintritt frei

KPM-Hoffest: „Mit Ton habe ich bereits in der Schul-AG gearbeitet und dort Vasen und Teller kreiert“, erzählt Milana (10). Jetzt sitzt sie am Werktisch der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) und arbeitet mit filigraner Sorgfalt einen Henkel in Form eines Elefantenkopfes an eine kleine Espressotasse. Doch Milana ist nicht etwa die neue jugendliche Hochbegabte in dem Unternehmen, sondern Gast in der Mitmach-Manufaktur, im Zuge des alljährlichen Hoffestes. Hier können Jung und Alt ihr kreatives Geschick ausprobieren.

Handwerkskunstbegeisterte erwartet die KPM auch am Sonntag noch auf dem Hof des Manufakturgeländes in Tiergarten. Laut Geschäftsführer Bernd Lietke ein Dank an die Fans und deren langjährige Treue zur Marke. Doch nicht allein deswegen erlaubten er und sein Chefdesigner Thomas Wenzel den Gästen einen Blick auf die neuesten Kreationen für die Küche. Auch weil sie von ihren Kunden ein kritisches Feedback möchten.

Neben einem Kinderprogramm mit Schminken und Autobemalen, Livemusik und kulinarischen Highlights lädt die KPM Wissbegierige und Nostalgiker zudem dazu ein, sich in der hauseigenen Ausstellung auf eine Reise durch die Historie der Porzellan-Epochen zu begeben. Beim Werksverkauf purzeln die Preise. Und so trugen Thomas (59) und Beate (54) Bartels das weiße Gold taschenweise aus dem Geschäft. „Wir haben unser gesamtes Küchengeschirr für 880 Euro statt für über 1500 Euro erstehen können“, sagen sie. „Wir wollen hohe Qualität und geben dafür auch gerne etwas aus. Aus unserer Lieblingsserie ,Kurland‘ ist bislang nie etwas kaputtgegangen.“

KPM-Hoffest, Wegelystraße 1. Auch heute von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.