Wilmersdorf

Bebauungsplan für den Olivaer Platz wird ausgelegt

Bezirksamt stellt Anwohnern Planung vor. Kritik gibt es am Spielplatzkonzept, Lob für die Idee einer verkehrsberuhigten Lietzenburger Straße

Heike Langkutsch vom Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten bei der Vorstellung der Pläne zur Umgestaltung des Olivaer Platzes.

Heike Langkutsch vom Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten bei der Vorstellung der Pläne zur Umgestaltung des Olivaer Platzes.

Foto: Matthias Vogel

Kaum ein Bauprojekt in der City West spaltet die Gemüter so sehr, wie die Umgestaltung des Olivaer Platzes. Wo jahrelang nur diskutiert wurde, schuf der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf im Februar Fakten. Die ersten Bäume fielen – allerdings nur auf planungsrechtlich unbefangenen Grünflächen, wie Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) stets betont. Der Bebauungsplan für die befangenen Flächen soll nun ab dem 28. Mai öffentlich ausgelegt werden. Das kündigte der Stadtrat am Donnerstagabend auf einer Einwohnerversammlung an der Wilmersdorfer Robert-Jungk-Oberschule an.

Ab dann haben die Bürger vier Wochen Zeit, zu den Plänen Stellung zu nehmen. Die Eingaben wolle man nach der Sommerpause auswerten, so Schruoffeneger. Er gehe davon aus, dass die Grundzüge der Planung diesmal durchgehen werden. Bereits vor zwei Jahren gab es ein entsprechendes Beteiligungsverfahren mit 549 Stellungnahmen. Im Dezember 2016 lehnte der Senat den Bebauungsplan aber ab. Die Lärmeinwirkung auf dem darin vorgesehenen Spielplatz an der Lietzenburger Straße hätten über dem zulässigen Grenzwert gelegen, hieß es zur Begründung.

Kein zentraler Spielplatz mehr geplant

„Vor zweieinhalb Jahren wurde ein Kompromiss geschaffen und jetzt geht es darum, diesen umzusetzen“, so Schruoffeneger. Dieser sah im Wesentlichen vor, den Parkplatz im Osten des Olivaer Platzes nicht, wie ursprünglich geplant, komplett wegfallen zu lassen. Er soll stattdessen von derzeit rund 120 auf 60 Stellplätze verkleinert werden. Auf der übrigen Fläche sollte stattdessen ein 930 Quadratmeter großer Spielplatz entstehen. Dieser schien nach einem neuen Lärmschutzgutachten aus dem vergangenen Herbst auch möglich. Dass es ihn in der aktuellen Planung so doch nicht geben soll, sorgte auf der Versammlung für einige Überraschung. „Damit ist der Kompromiss vollkommen hinüber“, kritisierte CDU-Bezirkspolitiker Hans-Joachim Fenske. Die Anwohner seien betrogen worden.

Stattdessen sollen Spielgeräte auf dem ganzen Platz verteilt aufgestellt werden. Wo und in welcher Konzentration könne man erst nach der Bürgerbeteiligung sagen, so der Stadtrat. Eine Kritikerin aus dem Publikum nannte das vor allem für Eltern mit mehreren Kindern „vollkommen unpraktikabel“. Einen „Trick, mit dem man um den nicht genehmigungsfähigen Spielplatz herumkommen will“, witterte Kurt Sprösser von der Bürgerinitiative Oliver Platz, die den Umbau kategorisch ablehnt. „Der Spielplatz wird nur instrumentalisiert um Parkplätze zu erhalten“, hielt Anwohner Tilmann Ehrenstein dagegen.

Bald Tempo 30 auf der Lietzenburger Straße?

Deutlich positiver wurde dagegen die Ankündigung aufgenommen, die Lietzenburger Straße in diesem Bereich zu beruhigen. So wolle der Bezirk erreichen, dass die Geschwindigkeit zumindest am Olivaer Platz auf Tempo 30 begrenzt wird. „Das würde zu einer Lärmreduktion und einer Reduzierung der Verkehrsgefahren führen“, so Schruoffeneger. Entschieden sei allerdings noch nichts. Man befinde sich in einem Briefwechsel mit der Senatsverkehrsverwaltung und der Verkehrslenkung Berlin.

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