Wilmersdorf

Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz öffnet wieder

Auf dem "Rüdi" bricht an diesem Freitag der Weinbrunnen-Sommer an. Doch es regt sich auch wieder Anwohnerkritik gegen das Fest.

Der Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz steht wieder ganz im Zeichen weinseligen Zusammenseins.

Der Weinbrunnen am Rüdesheimer Platz steht wieder ganz im Zeichen weinseligen Zusammenseins.

Foto: Thomas Schubert

Des einen Freud, des anderen Leid: Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) eröffnet am Freitag, 18. Mai, um 16 Uhr, gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Rüdesheim, Volker Mosler, den seit 1967 bestehenden Rheingauer Weinbrunnen auf dem Rüdesheimer Platz. Der Weinausschank ist dann bis Sonntag, 9. September, täglich von 15 bis 21.30 Uhr geöffnet. Von Donnerstag, 12. Juli bis Donnerstag, 19. Juli, wird es in diesem Jahr erstmals eine Pause geben. Die einwöchige Unterbrechung sei zur Entlastung der Anwohner vereinbart worden, sagte Naumann.

"Unsere guten Beziehungen zum hessischen Landkreis Rheingau-Taunus hängen zusammen mit dem Rheingauviertel, das als ‚Gartenterrassenstadt‘ um 1910 rund um den Rüdesheimer Platz entstanden ist", sagt Naumann. 1972 übernahm der Rheingau-Taunus-Kreis eine Patenschaft für den Bezirk Wilmersdorf. Daraus wurde 1991 eine Partnerschaft, die 2001 vom neuen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf übernommen wurde. Neben dem vom Heimatverein betreuten Weinberg im Stadion Wilmersdorf mit Rebstöcken aus dem Rheingau-Taunus, aus denen die "Wilmersdorfer Rheingauperle" gekeltert wird, gehört seit 1967 der Rheingauer Weinbrunnen auf dem Rüdesheimer Platz. "Hier kann man den Wein zu selbst mitgebrachten Speisen genießen, einkaufen und im Gespräch mit erfahrenen Winzern Vieles über den Weinbau erfahren", so der Bezirksbürgermeister.“

Anwohner protestieren gegen den Weinbrunnen

Anwohner des Rüdesheimer Platzes prozessieren jedoch seit Jahren gegen den sommerlichen Weinausschank. Im vergangenen Jahr erlitten sie vor dem Oberverwaltungsgericht jedoch erneut eine Niederlage. In einem aktuellen Schreiben, das der Berliner Morgenpost vorliegt, monieren sie, dass die Unterbrechung, die das Bezirksamt den Anwohnern zubilligen würde, eine "Mogelpackung" sei. Die einwöchige Pause in der Mitte des Festes werde am Ende der Ausschankzeit angehängt, sodass die Winzer wie im Vorjahr wieder eine volle Geschäftsperiode von 109 Tagen hätten. Weiter kritisiert die Anwohnerinitiative in dem Schreiben, dass das Winzerfest "in den letzten Jahren den Charakter eines ehemals gemütlichen Kieztreffs völlig verloren hat und zu einer Massenveranstaltung degeneriert sei, die an warmen Sommertagen etwa 800 bis 1000 Gäste anziehe. "Die den Betreibern zugestandenen 340 Sitzplätze werden schon zu Ausschankbeginn um 15 Uhr belegt, indem Tischdecken ausgebreitet werden - analog zu den Badetüchern auf den Liegen in den Bettenburgen von Strandhotels - um missliebige spontane Gäste, die sich zu einem Schoppen an einem der auf diese Weise „reservierten“ Tisch einfinden, fernzuhalten".

Information

Die drei Winzer aus dem Partnerlandkreis Rheingau-Taunus bieten ab diesem Freitag an insgesamt 108 Tagen ihre Weine und Sekte an.

Dabei wechseln sich die Weingute ab:

18.5. bis 6.6.: Weingut Adam Basting (Winkel)

7.6. bis 25.6.: Weingut Ferdinand Abel (Oestrich)

26.6. bis 11.7.: Weingut Adam Basting (Winkel)

12.7. bis 19.7.: Pause

20.7. bis 31.7.: Weingut Wilhelm Nikolai (Erbach)

01.8. bis 17.8.: Weingut Ferdinand Abel (Oestrich)

18.8. bis 09.9.: Weingut Wilhelm Nikolai (Erbach).

Auch in diesem Jahr wird der Zugang zum Weinbrunnen barrierefrei möglich sein.

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