Der Weg ist frei: Der TU Campus hat sich geöffnet

Der Abschnitt der Hertzallee zwischen Fasanenstraße und Ernst-Reuter-Platz war lang versperrt. Nun steht er wieder allen offen.

Eigentlich war der Weg schon immer da. Bis vor kurzem sperrte aber noch ein Schlagbaum die Verlängerung der Hertzallee auf das Gelände von Universität der Künste (UdK) und Technischer Universität (TU) optisch ab. Nun führt ein breiter Pflasterweg statt ehemals holpriger Steine mitten ins Herz des Campus. Neue Bäume ergänzen die Allee, lassen aber auch Zwischenräume für Blicke auf einige der schönen alten Institutsgebäude zu. Unterschiedlich gestaltete Bänke mit Tischen laden zum Studieren oder Rasten unter freiem Himmel ein. Der früher so abgeschottete Campus hat sich geöffnet und bietet mit dem neuen Weg zwischen Zoo und Ernst-Reuter-Platz nicht nur Studenten eine ruhige Alternative zum Lärm auf der parallel verlaufenden Hardenbergstraße.

Diese Durchwegung war lange ein Wunsch des Bezirks und der Universitäten, aber zwischen dem ersten symbolischen Spatenstich und der Fertigstellung vergingen fast zwei Jahre. Dirk Spender vom Regionalmanagement City West hatte die Idee zur Umgestaltung bereits 2013. Fünf Jahre dauerte es aber, bis die Bauabteilungen der beiden Universitäten das Vorhaben ausarbeiteten, das Geld besorgt war, und die Pläne für das 250 Meter lange Wegestück zwischen dem Eingangsbereich an der Fasanenstraße und der Wegekreuzung in Höhe der TU-Mensa soll 2017 fertiggestellt wurde.

Der Entwurf für die Neugestaltung entstand im Rahmen des Wettbewerbs "Campus Charlottenburg – verlängerte Hertzallee" im Herbst 2014 und wurde durch die Bürogemeinschaft Lavaland & Treibhaus Berlin umgesetzt. Für die Neugestaltung der verlängerten Hertzallee hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 1,3 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Städtebaufördergebiet "Aktives Zentrum City West" erhalten. Dieses ist ein Bund-Länder Programm. Kofinanziert wurde das Projekt von der TU Berlin in Höhe der Nebenkosten. Das Projekt konnte innerhalb eines Budgets von 1,55 Millionen Euro realisiert werden.

Ehemalige Kurfürstenallee war der Reitweg zum Schloss

Den alten Weg über das Universitätsgelände nutzte schon Kurfürst Friedrich III. vom Stadtschloss kommend durch den Tiergarten zum Schloss Charlottenburg. Damals hieß der Weg noch Kurfürstenallee. Für den Präsidenten der Universität der Künste, Prof. Martin Rennert ist der neue Weg eine Möglichkeit für alle Berliner, Orte auch topologisch zu verstehen, die über Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sind. Die Hertzallee könne nun als Magistrale wiederentdeckt werden. "Die Hertzallee stellt eine wichtige Verbindung zwischen der TU Berlin und der Universität der Künste zur City West dar", so TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen. Am Ernst-Reuter-Platz wolle sich die TU Berlin mit einem neu gestalteten Gründerzentrum und einem Café zum Platz öffnen.

Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, sieht in dem Städtebauförderprogramm "Aktive Zentren" die Möglichkeit für wichtige Impulse zur Stärkung der City West. Partnerschaften sicherten dabei eine nachhaltige Zentrenentwicklung. Hierfür stünde die Umgestaltung der Hertzallee als Kooperationsprojekt des Senats, des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und den Universitäten. "Die jetzt erkennbar akzentuierte Öffnung des Campusgeländes kann ein Katalysator für weitere Projekte an diesem zentralen öffentlichen Ort in der City West sein", so Lompscher.

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