Charlottenburg

Solidarität mit Israel: Die City West zeigt Flagge

Aktion zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Feilcke fordert, dass auch Deutschland seine Botschaft nach Jerusalem verlegt.

Zeichen der Verbundenheit - die Israelische Flagge vor dem Charlottenburger Rathaus

Zeichen der Verbundenheit - die Israelische Flagge vor dem Charlottenburger Rathaus

Foto: Philipp Siebert

Als Zeichen der Verbundenheit weht seit Montagmorgen vor dem Rathaus an der Otto-Suhr-Allee die Israelische Flagge. „Wir haben sie aus Respekt, als Ausdruck der Wertschätzung und Zeichen der deutsch-israelischen Freundschaft gehisst“, sagte Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD). Anlass ist der 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948. Bis Dienstag soll die Flagge hängen. Nicht zum ersten Mal: Charlottenburg-Wilmersdorf zeigt auf diese Weise seit Jahren Solidarität mit dem jüdischen Staat – zuletzt beim Al-Kuds-Tag im vergangenen Juni.

Denn gerade in den Altbezirken Charlottenburg und Wilmersdorf hätten vor dem Holocaust besonders viele Juden gelebt, begründet Naumann. „Dass heute das jüdische Leben in Berlin wieder wächst, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit.“ Aber auch in Zukunft gelte es, weitere Brücken zu bauen – etwa durch die Weiterführung des seit Jahren betriebenen Jugendaustauschs mit den beiden Partnergemeinden in Israel. Wilmersdorf ging 1966 eine Partnerschaft mit der Stadt Or-Yehuda ein, Charlottenburg 1985 eine mit der Stadt Karmiel. Beide bestehen auch nach der Bezirksfusion 2001 fort.

Forderung: Deutschland soll Botschaft nach Jerusalem verlegen

Das Verhältnis beider Staaten sei gut, so der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg, Jochen Feilcke, am Rande der Zeremonie. Aber leider werde es immer wieder von hässlichen Vorkommnissen überschattet, sagte er in Hinblick auf einige antisemitischen Vorfälle in den vergangenen Wochen. „Das offizielle Deutschland steht aber an der Seite Israels.“

Allerdings fordere er statt Lippenbekenntnissen auch Handlungen ein. „Der Aussage Angela Merkels, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsräson, müssen Taten folgen.“ So könne er Kritik an den USA, die ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt haben, nicht nachvollziehen. „Deutschland muss seine Botschaft auch nach Jerusalem verlegen“, so Feilcke. Denn ein guter Freund zeige vor allem in schwierigen Zeiten seine Freundschaft.

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