Einschulung

Grundschulen in der City West besonders begehrt

Viele Erstklässler wollen Plätze an bestimmten Schulen, nicht alle kriegen sie. Besonders dramatisch ist die Lage in Charlottenburg-Wilmersdorf

Schülerinnen in der Grundschule am Rüdesheimer Platz. Die Schule legt einen Schwerpunkt auf das Thema Inklusion

Schülerinnen in der Grundschule am Rüdesheimer Platz. Die Schule legt einen Schwerpunkt auf das Thema Inklusion

Foto: Maurizio Gambarini

In welchen Bezirken sind die Schulplätze sehr begehrt, in welchen Bezirken sind noch Plätze frei? Das erfragte der Abgeordnete Joschka Langenbrinck (SPD) beim Berliner Senat nach den Schultypen der Grund- und der Oberschule für das kommende Schuljahr 2018/2019. Dabei muss man allerdings beachten, dass das Anmeldeverfahren bei der Grundschule anders ist als später beim Übergang zur Oberschule – sprich zur Sekundarschule oder dem Gymnasium. Bei diesem Übergang müssen die Familien klare Erst-, Zweit- und Drittwünsche für Schulen nennen, es kommt dadurch bei der Zählung zu keinen Doppelungen. Anders bei der Anmeldung der Erstklässler bei einer Grundschule, da kann ein Kind an mehreren Grundschulen gleichzeitig angemeldet werden. "Es ist durchaus üblich, dass Eltern ihre Kinder zunächst an mehreren Schulen anmelden", heißt es in der Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Bei den Mehrfachanmeldungen spielen die Bezirksgrenzen oft keine Rolle, hier geht es eher darum, welche Schule begehrt ist.

Allein 3349 Bewerbungen für Grundschulen in der Charlottenburg-Wilmersdorf

So sind offenbar besonders Grundschulen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf besonders beliebt. Für die Grundschulen des Bezirks gibt es dort 3349 Bewerbungen, es stehen allerdings nur 2072 Schulplätze zur Verfügung. Das macht eine Differenz von 1277 Schulplätzen. Besonders gefragt sind in diesem Bezirk die Joan-Miró-Grundschule, die Halensee-Grundschule, die Katharina-Heinroth-Grundschule und die Charles-Dickens-Grundschule. So stehen bei der Joan-Miró-Grundschule für Erstklässler 122 Plätze zur Verfügung, auf die sich 249 Kinder beworben haben. Bei der Halensee-Grundschule haben sich auf die 75 gemeldeten Plätze sogar 185 Kinder gemeldet. Und bei der Katharina-Heinroth-Grundschule drängen sich 262 Kinder auf 99 Plätze. Aber überhaupt sind alle Grundschulen in diesem Bezirk sehr gefragt.

Ähnlich begehrt sind Schulen in Spandau

Ähnlich begehrt sind Grundschulen in Spandau aus, dort fehlen laut Statistik 935 Schulplätze. So hat beispielsweise allein die Linden-Grundschule 130 Anmeldungen mehr, als sie Plätze anbieten kann. Auch in Pankow gibt es im Grundschulbereich ein deutlichen Run auf Schulplätzen, es fehlen hier 718 Schulplätze. Dort stechen weniger einzelne Schulen heraus, sondern es sind fast alle Grundschulen übergefragt – womöglich auch, weil der Druck auf die Grundschulplätze hier besonders hoch ist und die Eltern deshalb mehrfach anmelden. Einige Grundschulen in dem Bezirk haben dagegen weniger Anmeldungen als Plätze – die werden dann sicherlich gefüllt. Ein ähnliches Bild bietet sich in Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg, auch dort sind fast alle Grundschulen begehrt.

Bei Gymnasien und Sekundarschulen hat der Senat die Kapazitäten dagegen nur nach Bezirken, nicht nach Schulen aufgeschlüsselt. Hier kann es keine Doppelanmeldung geben. Bei beiden Schultypen gibt es mehr Plätze als Anmeldungen. Bei den Sekundarschulen werden 13.919 Plätze berlinweit angeboten, auf die sich 13.543 Schüler beworben haben. Im gymnasialen Bereich ist die Lage noch entspannter – auf 10.401 Schulplätze kommen 9994 Bewerber. Bei diesem Schultyp gibt es nur in Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln mehr Bewerber als Plätze. Aber die Unterschiede sind im Vergleich zum Grundschulbereich weniger gravierend. Im Sekundarbereich ist in Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick, Lichtenberg und in Tempelhof-Schöneberg eine leichte Übernachfrage vorhanden.

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