Prinzregentenstraße soll eine echte Fahrradstraße werden

Gegen die Zweckentfremdung der Prinzregentenstraße von Autofahrern wollen Radfahrer- und Anwohnerinitiative am Sonntag um 14 Uhr demonstrieren.

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Carolin Brühl

Gegen die Zweckentfremdung der Prinzregentenstraße von Autofahrern wollen Radfahrer- und Anwohnerinitiative am Sonntag um 14 Uhr demonstrieren.

Zählungen haben nach Angaben der Initiativen Netzwerk Fahrradfreundliches Charlottenburg-Wilmersdorf und Anwohnerinitiative Prinzregentenstraße ergeben, dass 97 Prozent des Pkw-Verkehrs auf der Fahrradstraße Prinzregentenstraße rechtswidrig sind und Autofahrer diese Fahrradstraße illegal als Durchgangsstraße missbrauchen. Die Initiativen fordern mit einer Demonstration am Sonntag eine bauliche Verhinderung des Durchgangsverkehrs. Mit einem Picknick setzen die Verkehrsexperten und Anwohner ein Zeichen gegen die Zweckentfremdung der Fahrradstraße.

Nur Anlieger dürfen Straße mit Autos befahren

Eine Fahrradstraße soll eine sichere und attraktive Verbindung für Radfahrende darstellen: Dafür genießen sie dort ein Vorrecht gegenüber dem Kfz-Verkehr. Ausschließlich Anlieger dürfen die Straße mit Autos oder Lastwagen befahren. Die Prinzregentenstraße ist seit sieben Jahren eine von zwei Fahrradstraßen in Wilmersdorf. Doch noch immer werden Radfahrende hier von illegalen Durchgangsverkehr bedrängt und gefährdet, beklagen die Initiativen.

Sina Arndt vom Netzwerk Fahrradfreundliches Charlottenburg-Wilmersdorf sagt: „Wir sind es leider gewohnt, uns mit dem Fahrrad überall in der Stadt unterordnen zu müssen. Aber in einer für den Radverkehr vorgesehenen Straße all unsere Rechte abgeben zu müssen, geht zu weit.“ Entsprechende Schilder und Piktogramme reichten nicht aus, um der rechtswidrigen Nutzung von Fahrradstraßen vorzubeugen. Daher fordern die Initiatoren bauliche Maßnahmen wie eine Durchgangssperre für den Autoverkehr, um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen und die illegale Nutzung wirkungsvoll zu unterbinden.

Meist Kompromisse zugunsten der Autofahrer

Bundesweit sind einer Studie der Unfallforschung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zufolge nur vier Prozent der Fahrradstraßen „echte“ Fahrradstraßen, auf denen Pkw-Verkehr grundsätzlich nicht erlaubt ist. Alle anderen Fahrradstraßen böten einen Kompromiss zugunsten des Autofahrens und erlauben Anlieger-Verkehr, aber keinen Durchgangsverkehr. Befragungen zeigten, dass 75 Prozent der Autofahrer nicht wissen, dass sie Fahrradstraßen nur befahren dürfen, wenn dies ausdrücklich zugelassen ist. Die Regelkenntnisse zu Fahrradstraßen seien zudem unzureichend bekannt.

Auch Jochen Willenbrock, Anwohner und Mitglied der Initiative Prinzregentenstraße, fordert die Umgestaltung der Prinzregentenstraße. „Als Anwohnerinnen und Anwohner wünschen wir uns eine echte Fahrradstraße, weil unser Kiez dadurch ruhiger, lebendiger und menschlicher wird.“

Information

Die Aktion "Echte Fahrradstraße" mit gemeinsamem Picknick findet am 7. Mai, um 14 Uhr, in der Prinzregentenstraße zwischen Durlacher und Wexstraße statt. Die Aktion ist als Demonstration angemeldet.