Neue Ideen für die Kantgarage

Noch rätselt die City West über Absichten des neuen Eigentümers.

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Redaktion

Noch rätselt die City West über Absichten des neuen Eigentümers. Studenten der TU zeigen, wie man die Kantgarage profitabel mit neuem Leben füllen könnte. Von Thomas Schubert Wenn es allein nach dem Nutzen ginge – niemand müsste die Kantgarage retten. Verblüffend viele Abstellplätze der letzten historischen Hochgarage Europas sind bis heute vermietet. Man betankt hier Autos, man repariert sie, man verwahrt sie sorgsam hinter stählernen Toren. Außen eine düstere Ruine, innen quicklebendig. Modriger Geruch und poliertes Blech – die Kantgarage, Baujahr 1930, ist fast ein historisches Kleinod im Westen Berlins. Und sie hat einen neuen Eigentümer, dessen Namen man aber noch immer nicht kennt.

Eigene Pläne für die Immobilie

Josephine Ettlich, Florian Kersten und Tobias Golz haben ihn jedenfalls als Gast im Publikum gesehen. Denn sie und ihre Kommilitonen von der TU Berlin präsentierten kürzlich eigenen Pläne zur Ertüchtigung der denkmalgeschützten Garage. Und nach einem Semester des Planens und Rechnens fanden sie heraus: Die Immobilie lässt sich nicht nur retten. Sie würde sich auch schnell rechnen.

Elf bis 15 Millionen Euro müsste man in die Hand nehmen und bekäme eine funktionierendes Ganzes, bestehend aus dem saniertem Bestandsbau und einem ergänzenden Neubau an der westlichen Seite. Drei Szenarien legten die Studenten vor. Und nicht in allen spielt das Verwahren von Autos die wichtigste Rolle. „Uns war klar: da müssen Menschen rein“, wirbt Tobias Golz mit seiner Arbeitsgruppe für eine Umnutzung. Warum nicht einen Teil der Flächen zum „Coworking“-Büro für Start-ups erklären? 800 bis 1000 Arbeitsplätze fänden hier locker Platz: „Dann hätten wir eine Gründergarage“, meint er.

Zusätzlicher Ertrag mit Eventfläche

Oder wie wäre es mit einer neuen Eventfläche? Wertvoller Besitz wird in der Garage sowieso geparkt. Passend dazu bekäme man einen Bereich, wo Geschäftsleute bei Auktionen darauf bieten. Die spektakuläre Doppelrampe des Hauses, auf der sich auf- und abfahrende Autos nicht begegnen, würde die Gruppe von Josephine Ettlich zweiteilen. Auf einer Hälfte bewegt sich der motorisierte Verkehr, auf der anderen der Mensch. Und in der Mitte der Spirale platziert man Werbung für die Auktionen. Es bliebe immer noch Raum für einzelne Garagen, aber aus Ettlichs Sicht „bringt die zusätzliche Eventfläche den größten Ertrag.“

Ein drittes Szenario kommt dem bisherigen Zustand am nächsten. So würde die Gruppe von Florian Kersten den Altbau der Kantgarage als Oldtimer-Depot herrichten und den Neubau daneben der Zukunft widmen: einem Center für Elektromobilität. Und der neue Eigentümer? Ihn hörte Tobias Golz nach der Vorführung der drei Konzepte ein wohlwollendes Urteil sprechen, auch wenn wohl keine der Ideen eins zu eins Umsetzung findet. „Er hält unser Ergebnis für realistisch“, freut sich Golz. „Aber er hat offenbar eigene Pläne.“