Berliner Untergrund

"Himmel unter Berlin" lockt zu versteckten Orten

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Der Auftakt von künftig zwei Ausstellungen pro Jahr läuft noch im Kellersystem eines ehemaligen Weinlagers in Friedrichshain.

Berlin. Exklusive Entdeckungen mit Kunst in versteckten Gewölben des Berliner Untergrunds hat sich das Projekt "Himmel unter Berlin" vorgenommen. Der spektakuläre Auftakt von künftig zwei Ausstellungen pro Jahr läuft aktuell noch im Kellersystem eines ehemaligen Weinlagers im Stadtteil Friedrichshain. Dort haben Künstlerinnen und Künstler zwölf hallenartige Räume mit ihren Arbeiten in Installationen aus Objekten, Licht und Klängen verwandelt.

Berlin kann Untergrund. Unter der Stadt existiert ein weit verzweigtes Netz von Tunneln, Gängen, Katakomben. Viele dieser Orte sind weitgehend unbekannt oder nicht zugänglich.

"Himmel unter Berlin": Tickets gibt es nur auf Einladung

Die Location wird erst 48 Stunden vor dem Besuch bekannt gegeben. Tickets für "Himmel unter Berlin" gibt es nur auf Einladung. Geheimnisvolles hat sich in Berlins internationaler Nachtszene bewährt, die Abende der Auftaktzeit sind ausverkauft. Wer da war, darf beim nächsten Mal jemanden mitbringen an "die dunkelsten Orte Berlins". So wollen sich die Veranstalter eine kunstaffine Klientel jenseits der häufig sehr selbstbezogenen Szene erhalten.

Die Arbeiten der 14 beteiligten Künstlerinnen, Künstler und Gruppen können ihre Wirkkraft im Dunkeln des Kellersystems voll entfalten. Leigh Sachwitz hat für "Insideout" ein Gartenhaus gebaut, auf dessen transparent bespannten Wänden eine Video- und Soundinstallation mit Assoziationsketten basierend auf Kindheitserinnerungen der schottischen Künstlerin abläuft.

Carocora und Sven Sauer thematisieren in "Greenwashing" mit einer schwebenden Installation aus Luftballons in hauchdünnen Kitteln den kritikwürdigen Umgang mit Pflegekräften.

Margareta Hesse baut mit roten Laserstrahlen lockende "Lichtfallen" quer durch das Gewölbe, Julia Sossinka lässt die Menschen in "Melt" durch eine riesige dreidimensionale Malerei stöbern. Boris Acket stellt mit der Lichtinstallation "Durée" subjektive Empfindungen von Zeit und Raum infrage.

Kontemplative Ruhe gibt es gleich nebenan, wo bei "Fireflies" von Kling Klang Klong 300 künstliche Glühwürmchen mit seicht tönenden Wellen eines im Dunkeln unsichtbaren Strandes interagieren.

( dpa )