Kreuzberg

Kiezbuchhandlung Kisch & Co muss umziehen: Neue Proteste

Ein Polizeibeamter steht in der Oranienstraße in Kreuzberg an einer Absperrung, hinter der sich Demonstranten versammelt haben.

Ein Polizeibeamter steht in der Oranienstraße in Kreuzberg an einer Absperrung, hinter der sich Demonstranten versammelt haben.

Foto: dpa

Die Buchhandlung muss ihre Räume an der Oranienstraße verlassen und sich verkleinern. Dagegen regt sich Protest.

Berlin. Nach längeren Verhandlungen und trotz einiger Proteste hat die Kreuzberger Traditions-Buchhandlung Kisch & Co. ihre Räume verlassen. Die für Dienstagmorgen angekündigte Zwangsräumung durch die Polizei in der Oranienstraße fand nicht statt, weil die Buchhandlung kurzfristig andere Räumlichkeiten in der Nähe erhalten hatte und den alten Laden an einen Gerichtsvollzieher übergab. Allerdings sagte ein Mitinhaber dem "Tagesspiegel": "Wir gehen gegen unseren Willen hier raus." Ziel sei gewesen, langfristig in der Adresse zu bleiben. Die neue Ladenfläche sei nur halb so groß.

Eine kleinere Gruppe von Demonstranten protestierte am frühen Dienstagvormittag und forderte Maßnahmen gegen die Verdrängung von Mietern und kleinen Geschäften aus ihren angestammten Kiezen. Die Polizei hatte die Straße zum Teil abgesperrt.

Die Kreuzberger Buchhandlung war im Streit um die Kündigung vor Gericht unterlegen. Zur Begründung hieß es, der Gewerbemietvertrag mit den Betreibern sei 2020 ausgelaufen. In einer Petition für den Erhalt der Kiezbuchhandlung wurden mehr als 22.000 Stimmen gesammelt. Unterstützer schrieben, es dürfe nicht zugelassen werden, dass die typische Kreuzberger Mischung weiter zerstört werde.

( dpa )