Musiker

Musiker Rio Reiser bekommt ein Ehrengrab

| Lesedauer: 2 Minuten
Musiker Rio Reiser (hier Anfang 1990er-Jahre) zählt zu den gewürdigten Personen. Er starb 1996 nach einem Herz-Kreislauf-Kollaps.

Musiker Rio Reiser (hier Anfang 1990er-Jahre) zählt zu den gewürdigten Personen. Er starb 1996 nach einem Herz-Kreislauf-Kollaps.

Foto: picture-alliance /

Der Senat hat die Ruhestätten von zehn Berliner Persönlichkeiten zu Ehrengräbern erklärt - darunter auch das Grab von Reinhard Lakomy.

Das Land Berlin will zehn weitere Ehrengrabstellen für „namhafte und verdiente Persönlichkeiten“ einrichten. Am Dienstag folgte der Berliner Senat der Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD). Unter anderem die Musiker und Komponisten Rio Reiser (1950-1996) und Reinhard Lakomy (1946-2013) sollen auf diesem Weg geehrt werden.

Reisers Grabstätte auf dem Alten St. Matthäus-Friedhof in Tempelhof-Schöneberg gilt nun als Ehrengrab. Reiser war Kultfigur der Berliner Besetzerszene und wurde als Frontmann der Band „Ton, Steine, Scherben“ bekannt. Am 20. August ist der 25. Todestag des Sängers.

Auch Maria Gräfin von Maltzan ist unter den Geehrten

Auch das Grab von Reinhard Lakomy, der auf dem Friedhof Pankow X (Blankenburg) beerdigt wurde, soll in ein Ehrengrab umgewandelt werden. Zu seinen Werken gehört das Kinderhörspielmusical „Der Traumzauberbaum“.

Zu den Menschen, die nach ihrem Tod gewürdigt werden sollen, gehören auch:

  • Maria Gräfin von Maltzan (1909-1997), Biologin, Tierärztin und NS-Widerstandskämpferin, Friedhof Heerstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Emilie Mayer (1812-1883), Komponistin, Dreifaltigkeitsfriedhof I in Friedrichshain-Kreuzberg
  • Otto Ostrowski (1883-1963), Politiker, Oberbürgermeister von Groß-Berlin, Friedhof Wilmersdorf in Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Edith Schollwer (1904-2002), Theater- und Filmschauspielerin („Die Insulaner“), Sängerin, Synchronsprecherin, Friedhof Heerstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Dietrich Stobbe (1938-2011), Politiker, Regierender Bürgermeister von Berlin, Dorotheenstädtischen-Friedrichswerderschen Friedhof in Mitte
  • Ewald Wenck (1891-1981), Schauspieler, Kabarettist, Hörspielsprecher und Moderator, Friedhof Bergstraße in Steglitz-Zehlendorf
  • Arthur Werner (1877-1967), Architekt und Ingenieur, Oberbürgermeister von Groß-Berlin, Parkfriedhof Lichterfelde in Steglitz-Zehlendorf
  • Karsten Witte (1944-1995), Filmkritiker und Filmwissenschaftler; Friedhof Heerstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf

Ebenfalls beschlossen worden war, dass weitere 53 Grabstätten, unter anderem das von Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht (1898-1956), um weitere 20 Jahre als Ehrengrab erhalten bleiben soll. Auf Berliner Friedhöfen gibt es nun 684 Ehrengräber. Diese werden für Menschen eingerichtet, die eine besondere Bedeutung für Berlin und auf einem der Friedhöfe der Stadt beerdigt wurden. Frühestens fünf Jahre nach dem Tod kann die Umwandlung in ein Ehrengrab erfolgen. Nach 20 Jahren muss erneut über den Status entschieden werden.