Verdrängung

Kampf fürs Überleben des Nuke Clubs

| Lesedauer: 2 Minuten

Wie das gesamte Nachtleben der Stadt hat auch der Nuke Club unter Corona besonders gelitten.

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Binnen sechs Wochen muss die Friedrichshainer Institution ausziehen.

Berlin. Gerade werden die strengen Corona-Reglements für das Berliner Nachtleben ein wenig gelockert, da trifft den Nuke Club in Friedrichshain schon der nächste Rückschlag. Ihre Vermieter schickten eine Kündigung. Die S IMMO kündigte zum 31. Juli.

Den Nuke-Club gibt es am Standort Friedrichshain seit 2003. Bis 2016 unter dem Namen K17, treffen sich dort an der Pettenkoferstraße seit jeher Fans von Metal und Gothic-Musik. Sie sprechen sich jetzt auch online für den Verbleib aus. Die Petition „#saveourclubculture – Rettet den Nuke Club“ hat bislang rund 8400 Unterstützer gefunden.

Sie fordern die Aussetzung der Kündigung und einen Mietvertrag mit besseren Kündigungsfristen. Schlimmstenfalls solle ihrem Club der Verbleib nur bis Ende des Jahres gestattet werden – bis eine neue Location gefunden ist.

Nuke Club soll Büros und Coworking weichen

Die Immobilienfirma indes rechtfertigt sich unter Verweis auf die Konditionen des bestehenden Vertrags. Robert Neumüller, Geschäftsführer der S IMMO Germany erklärte gegenüber der Berliner Morgenpost, als sein Unternehmen die Immobilie 2014 übernommen hatte, habe man sich mit den Club-Machern auf eine Kündigungsfrist von sechs Wochen geeinigt.

„Es wurde immer klar kommuniziert, dass die Räumlichkeiten nur mittelfristig zur Zwischennutzung zur Verfügung stehen werden“, so Neumüller. Die Flächen sollen nun wieder der gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Vorgesehen sind Büro- und Coworking-Nutzer.

„Null Verständnis für das Verhalten der Eigentümer“

Der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser (Linke) sagte, mit dem Nuke Club drohe einer kulturellen Institution in Berlin das Aus, weil ein Investor seine Renditen maximieren wolle. „Ich habe für das Verhalten der Eigentümer null Verständnis“, so Meiser.

Meiser appellierte an die S Immo AG, die Kündigung zurückzunehmen oder zumindest aufzuschieben. So würde den Betreibern ausreichend Zeit bleiben, einen alternativen Standort zu finden.

Meiser forderte „ein echtes Gewerbemietrecht“, das unter anderem einen besseren Kündigungsschutz und einen Anspruch auf Mindestvertragslaufzeiten für Gewerbemieter festschreibe.

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