Berlin-Friedrichshain

Rigaer Straße: Steinwürfe auf Feuerwehr und Polizei

Polizisten sichern sich mit Schilden ab, weil das Löschfahrzeug in der Rigaer Straße mit Steinen beworfen wurde.

Polizisten sichern sich mit Schilden ab, weil das Löschfahrzeug in der Rigaer Straße mit Steinen beworfen wurde.

Foto: Thomas Peise

Einsatzkräfte sind bei einem Einsatz in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain angegriffen worden.

Nahe dem besetzten Haus „Rigaer 94“ in Berlin-Friedrichshain sind Feuerwehrleute und Polizisten mit Steinwürfen massiv angegriffen worden. Dies teilte eine Polizeisprecherin am Donnerstagmorgen mit. Verletzt wurde niemand. Mehrere Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr wurden beschädigt. Nach dem Einsatz fand die Polizei mehr als 50 Pflastersteine auf der Straße.

In der Nacht zu Donnerstag gegen 2.30 Uhr wurden Feuerwehr und Polizei zunächst wegen eines brennenden Müllcontainers in die Rigaer Straße Höhe Zellestraße gerufen. Schon zu Beginn der Löscharbeiten störten unbekannte Täter und attackierten die Einsatzkräfte mit Dutzenden Steinwürfen. Die Feuerwehr musste den Einsatz unterbrechen. Polizisten stellten sich mit Schutzschilden auf. Schließlich wurden die Löscharbeiten fortgesetzt. In dem Müllcontainer wurde auch ein E-Roller gefunden. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt.

„Armutszeugnis für unseren demokratischen Rechtsstaat“

In der kommenden Woche ist eine Brandschutz-Begehung des besetzten und verbarrikadierten Hauses geplant. Die Bewohner aus der linksradikalen Szene kündigten bereits mehrfach Widerstand dagegen an. Möglicherweise steht deswegen ein großer Polizeieinsatz mit weiträumigen Absperrungen und Konfrontationen mit Demonstranten an. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte, es sei „ein Armutszeugnis für unseren demokratischen Rechtsstaat, wenn Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit um die eigene Sicherheit und Gesundheit fürchten müssen, weil sie während eines Einsatzes angegriffen werden“. Die Berliner Feuerwehr wollte im Lauf des Tages ihre Jahresbilanz 2020 vorstellen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch wieder auf dem Thema Angriffe oder Übergriffe auf Sanitäter, Notärzte oder Feuerwehrleute. Im Vorjahr 2019 hatte die Feuerwehr 211 strafrechtlich relevante Übergriffe gemeldet.

( dpa )