Corona

Bezirk schließt Traglufthalle am Containerbahnhof

Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke)

Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke)

Foto: Patrick Goldstein

Wegen Ansteckungsfällen schließt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Notunterkunft am Containerbahnhof.

Nachdem in der Notunterkunft am Containerbahnhof in Friedrichshain in der vergangenen Woche mehr als zehn Menschen positiv getestet wurden, hat der Bezirk Friedrichshan-Kreuzberg weiterführende Maßnahmen eingeleitet.So wird jetzt ein Wohnheim mit 100 Plätzen eingerichtet.

Die Betroffenen stammen aus einer Traglufthalle „Halleluja“, die als Unterkunft genutzt wurde. Sie kamen in eine Krankenstation der Stadtmission am Lehrter Bahnhof. Am Dienstag beschloss das Gesundheitsamt, die im Rahmen der Berliner Kältehilfe genutzte Halle zu schließen ‑ um das Risiko einer Wiederholung zu stoppen. 31 Menschen, die als Kontaktpersonen eingestuft worden waren, kamen in ein Hostel.

Bislang 31 Corona-Verdachtsfälle

Bezirk und Stadtmission richten dort nun ein Wohnheim mit 100 Plätzen ein. Darin können Bedürftige rund um die Uhr leben. Zu den 31 Menschen kommen dann weitere ehemalige Stammgäste der Traglufthalle, wenn Corona-Tests bei ihnen negativ verlaufen sind. Das Bezirksamt versichert, dass das Infektionsrisiko durch den Aufenthalt auf der Straße und das Ansteckungsrisiko untereinander durch diese Lösung deutlich reduziert wird. Wohnungslose können sich nun den ganzen Tag in Einzelzimmern des Wohnheims aufhalten. Auch für die Mitarbeiter der Stadtmission würden durch die Neuorganisation bessere und sichere Arbeitsbedingungen geschaffen.

Das Bezirksamt äußerte die Hoffnung, dass Wohnungslose dort durch sozialpädagogische Beratung und Vermittlung aus der Langzeitobdachlosigkeit geführt werden können. Dies sei in anderen Einrichtungen gelungen, die während der Pandemie öffneten.

„Auswirkungen der Pandemie auf die Schwächsten“

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Gesundheit und Soziales, Knut Mildner-Spindler (Linke) sagte, der Fall zeige, dass es durch Zusammenarbeit mit Trägern der Wohnungslosenhilfe und die Unterstützung durch das Land gelinge, „die Auswirkungen der Pandemie auf die Schwächsten zu mildern und den Infektionsschutz sicherzustellen“.