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37 Strafermittlungsverfahren nach Demo gegen Liebig-Räumung

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei die besetzte "Liebig 34" geräumt. Hunderte demonstrierten gegen die Räumung. Alle News im Blog.

"Liebig 34" in Berlin geräumt

Dann kam der Gerichtsvollzieher: Das besetzte Haus in Friedrichshain war ein Symbol für die linksradikale Szene - weit über Berlin hinaus. Jetzt wurden über 50 Personen von der Polizei aus dem Haus gebracht.

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  • Die Berliner Polizei hat das Wohnprojekt Liebig34 in Berlin-Friedrichshain geräumt.
  • Die Berliner Polizei war mit 1500 Beamten im Einsatz. Vor dem Haus kam es zu Demonstrationen. Polizisten und Demonstranten lieferten sich teils heftige Rangeleien, laut Polizei verlief der Einsatz bislang allerdings "weitgehend störungsfrei".
  • Am Freitagabend um 21 Uhr startete eine Protestdemonstration im Monbijoupark. Linksextremisten rufen zu Zerstörungen auf.
  • Bereits im Vorfeld hat es mehrere Aktionen in Berlin gegeben, die mit der Räumung in Zusammenhang stehen könnten.
  • Verfolgen Sie die Entwicklungen rund um die Liebigstraße im Liveblog.

14.08 Uhr: Nach Räumung - Polizei auf weitere Straftaten eingestellt

Nach der Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ in Berlin-Friedrichshain stellt sich die Hauptstadt-Polizei auch für die nächste Zeit auf Straftaten der linksextremen Szene ein. „Wir sind weiterhin aufgestellt und werden entsprechend reagieren können“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Man sei sich bewusst, dass es zu weiteren Straftaten kommen könne.

Details zum weiteren Vorgehen wollte die Sprecherin aus taktischen Gründen nicht nennen. Für das geräumte Gebäude nun sei der Eigentümer verantwortlich. Dass die Polizei weiter Präsenz zeigt im linksalternativ geprägten Kiez rund um Liebigstraße und Rigaer Straße, ist aber anzunehmen. Auf einem linksradikalen Internetportal sind „Aktionstage“ in Berlin vom 30. Oktober bis 1. November angekündigt.

11.20 Uhr: Nach Ausschreitungen: Kleinere Polizeieinsätze im „Liebig 34“-Umfeld

Nach den Gewaltausbrüchen bei einer Protest-Demonstration gegen die Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ ist es in der Nacht zum Sonntag in Berlin ruhiger geblieben. Eine Polizeisprecherin berichtete am Sonntag, es habe kleinere Einsätze gegeben, etwa in den umliegenden Straßen des geräumten Hauses im Stadtteil Friedrichshain. An mehreren Orten hätten sich Gruppen von bis zu 30 Personen versammelt - sofern möglich seien Beamte eingeschritten. In einem Fall habe sich eine Gruppe, die laute Musik gehört habe, auch bis zum Eintreffen der Polizei aufgelöst, sagte die Sprecherin.

Unbekannte setzten in der Nacht erneut Autos in Brand und verübten kleinere Sachbeschädigungen wie Schmierereien, wie die Sprecherin sagte. Bei den Fahrzeugbränden in mehreren Bezirken sei wie schon in der Nacht zuvor aber zunächst kein eindeutiger Bezug zur Räumung erkennbar. Brandkommissariate arbeiteten jedoch eng mit dem Staatsschutz zusammen, um eine politische Motivation zu prüfen. Die Brände waren im Prenzlauer Berg, im Westend und in Alt-Stralau.

+++ Sonnabend, 10. Oktober +++

17.20 Uhr: Straftaten werden geahndet - 28-jährige Person in U-Haft

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin twittert: "Eine 28-jährige Person befindet sich seit soeben wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft, weil sie vor Beginn der Räumung Flaschen auf Polizeibeamte geworfen haben soll und Haftgründe vorhanden sind."

14.33 Uhr: Polizei zieht Bilanz zur Räumung und zur Demonstration

Einer ersten Bilanz der Polizei zufolge wurden im Zusammenhang mit der Demo am Freitagabend 37 Strafermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Wie viele Menschen bereits wieder auf freiem Fuß waren, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Sieben Polizistinnen und Polizisten seien im Laufe des Abends verletzt worden, davon habe aber niemand im Krankenhaus behandelt werden müssen. Im Zusammenhang mit Kundgebungen und Aufzügen im Lauf des Tages verzeichnete die Polizei weitere elf Verletzte und 98 Freiheitsbeschränkungen und -entziehungen, etwa wegen schweren Landfriedensbruchs.

13.47 Uhr: Paul Fresdor bietet Koalition einen Konsens an

Der innenpolitische Sprecher der oppositionellen FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Paul Fresdorf, bot der rot-rot-grünen Berliner Regierungskoalition an, einen Konsens gegen Linksextremismus ins Leben zu rufen. Dieser solle den Konsens gegen Rechts ergänzen und „unsere Geschlossenheit gegen jede Art des Extremismus“ unterstreichen. „Wieder einmal haben Linksextremisten für Gewalttaten, Übergriffe auf Polizisten und brennende Autos in der Stadt gesorgt, was seit vielen Jahren leider zum Alltag in Berlin gehört.“ Dies dürfe man nicht länger tolerieren.

10.34 Uhr: Innensenator verurteilt Gewalt bei Demo gegen Räumung von „Liebig 34“

Nach den Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen die Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ hat Berlins Innensenator empört reagiert. „Ich verurteile die blinde Gewalt aufs Schärfste“, sagte der SPD-Politiker Andreas Geisel laut einem Tweet der Innenverwaltung vom Samstagmorgen. „Wer Scheiben einschlägt und Autos anzündet, hat sich aus der politischen Diskussion verabschiedet.“ Geisel dankte den Einsatzkräften „für ihre professionelle Arbeit“, verletzten Kolleginnen und Kollegen wünschte er schnelle und gute Besserung.

8.38 Uhr: Marcel Luthe kritisiert den Innensenator

Marcel Luthe (FDP, fraktionslos) hat nach der Demonstration den Innensenator kritisiert. „Es ist schlichte Willkür, wenn der Innensenator bei den friedlichen Demonstrationen gegen die Senatsverordnungen den starken Mann markiert und eine niedrige polizeiliche Einschreitschwelle vorgeben lässt, und nun einmal mehr ein linksextremistischer Mob marodierend durch Berlin ziehen kann.”

7.44 Uhr: Mehrere Fahrzeuge brennen in Berlin

In der vergangenen Nacht haben in Marzahn-Hellersdorf, Pankow, Tempelhof-Schöneberg, Lichtenberg Fahrzeuge gebrannt. In allen Fällen wird derzeit von Brandstiftung ausgegangen, teilte die Polizei am Sonnabend mit Verletzt wurde niemand. Brandkommissariate beim Landeskriminalamt haben die Ermittlungen übernommen und stehen in engem Kontakt mit dem Staatsschutz, um mögliche politische Motivationen, ebenfalls zu prüfen. Mehr dazu lesen Sie hier.

0.30 Uhr: Demonstration an der Eberswalder Straße beendet

Gegen 00.30 Uhr wurde die Demonstration in der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg beendet. Die Polizei kündigte an, auch in der restlichen Nacht mit vielen Kräften im Einsatz zu sein. Im Verlauf der Demonstration kam es immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Randalierer warfen Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine gezielt auf Einsatzkräfte, wie die Polizei auf Twitter schrieb. In der Nähe des Hackeschen Marktes in Berlin-Mitte wurden Steine in mehrere Schaufenster geworfen. Mehrere Autos wurden angezündet. Während der Demonstration wurden Festnahmen beobachtet, die Polizei machte dazu zunächst keine Angaben.

+++ Freitag, 9. Oktober +++

23.39 Uhr: Autos brennen am Weinbergsweg

Am Weinbergsgweg sind vier Autos in Brand gesetzt worden. Die Feuerwehr hat die Brände löschen können. Bei einem fünften Auto seien die Scheiben eingeschlagen und die Spiegel abgerissen worden, so der Einsatzleiter. Zuvor soll sich eine Gruppe von etwa 20 Randalierern an der Steinstaße von der Demonstration abgesondert haben und zerstörte gezielt Schaufenster und Autoscheiben, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

22.41 Uhr: Polizei erwägt Auflösung der Demonstration

Die Stimmung ist aggressiv. Es kommt zu Rangeleien zwischen Polizisten und Demonstranten. Die Polizei Berlin twittert: "Aus dem Aufzug heraus werden noch immer Gegenstände auf Kolleginnen & Kollegen geworfen sowie Sachbeschädigungen begangen. Sollte es zur fortgesetzten Begehung von Straftaten kommen, werden wir eine Auflösung des Aufzuges prüfen."

22.35 Uhr: Immer wieder Gewaltausbrüche

In der Nähe des Hackeschen Marktes werden Steine in ein BVG-Wartehäuschen und in Schaufenster geworfen. In der Münzstraße brennt ein Auto.

22.16 Uhr: Teilnehmerzahl wächst auf etwa 1000 Personen

Mittlerweile ist von etwa 1000 Teilnehmenden am Demonstrationszug die Rede. "Immer wieder werfen Personen aus dem Aufzug heraus Flaschen, Steine und Pyrotechnik gezielt auf unsere Kolleginnen & Kollegen. Wir werden diese Straftaten dokumentieren & verfolgen", twittert die Polizei Berlin.

21.40 Uhr: Demonstrationszug setzt sich in Bewegung - Flaschenwürfe und Pyrotechnik

Nach der Kundgebung setzen sich die Demonstrierenden in Bewegung. Es kommt immer wieder zu Flaschenwürfen in Richtung der Einsatzkräfte und zum Abbrennen von Pyrotechnik, teilt die Polizei Berlin über Twitter mit. Daher wird der Demonstrationszug an der Oranienburger / Ecke Große Präsidentenstraße vorübergehend gestoppt.

Die Demonstrierenden wollen durch Mitte und Prenzlauer Berg ziehen. Die vorwiegend jungen, schwarz gekleideten Demonstranten tragen ein Transparent, auf dem „Freiräume verteidigen in der Offensive bleiben“ zu lesen ist.

21.10 Uhr: Mehrere hundert Protestierende finden sich am Monbijoupark ein

Binnen weniger Minuten wächst die Zahl der Demonstranten auf mehrere hundert Menschen an. Nach Angaben der Polizei waren 500 Teilnehmer zu der Demonstration um 21 Uhr angemeldet.

21 Uhr: Kundgebung am Monbijoupark

Wie angekündigt, haben sich am Freitagabend um 21 Uhr Protestierende am Monbijoupark versammelt. Die geplante Demonstration beginnt mit einer Kundgebung. In einem Redebeitrag wird die Räumung des Hauses „Liebig 34“ in den Morgenstunden kritisiert. Es galt als Symbol der linksradikalen Szene. „Für jedes geräumte Haus gibt es eine neue Besetzung“, kündigt ein Demonstrant in seiner Rede an. Die Polizei ist in Bereitschaft.

"Da für die Abendstunden zu einem Aufzug in #Mitte aufgerufen wurde & mit weiteren Aktionen im Zusammenhang mit #Liebig34 zu rechnen ist, sind wir weiterhin mit etwa 1900 Kolleginnen & Kollegen im Einsatz", teilte die Polizei Berlin auf Twitter mit.

Die Räumung in Bildern:

19 Uhr: 57 Personen nach Personalienfeststellung entlassen

Die Polizei twittert: "Die 57 Personen, die unsere Kolleg. aus der #Liebig34 herausführten, wurden nach Personalienfeststellung entlassen. Bei Protestaktionen im Zusammenhang damit kam es bisher zu ca. 50 weiteren Festnahmen. Auch hier wurden viele Personen bereits wieder entlassen."

15.55 Uhr: Weitere Proteste am Abend geplant

Am Abend soll es am Monbijoupark weitere Proteste gegen die Räumung des Hauses geben. Gegen 21 Uhr ist dort eine Demonstration geplant. Auf einer linksextremistischen Internetplattform wurde dazu aufgerufen, Sachbeschädigungen in Höhe von 34 Millionen Euro zu begehen.

15.45 Uhr: Bewohner hinterließen Haus in chaotischem Zustand

Das geräumte Haus „Liebig 34“ ist von den Bewohnerinnen in einem chaotischen und teilweise verwüsteten Zustand hinterlassen worden. Verbarrikadierte Fenster und Türen waren von innen bei einem von der Polizei organisierten Rundgang sichtbar. Eines der beiden Treppenhäuser war mit einer massiven, aufklappbaren Platte verschließbar. Die Polizei hatte die Metallplatte aufgebrochen und gesichert. Im Innenhof stapelte sich Müll und Gerümpel.

Einige Zimmer waren mit kaputten Matratzen und Schutt gefüllt, offenbar um ein Eindringen der Polizei von außen durch die zusätzlich mit Brettern vernagelten Fenster zu erschweren. Einzelne Wände waren durchbrochen, an anderen Stellen waren Wohnungstüren und Durchgänge zum Teil zugebaut und von der Polizei wieder gewaltsam geöffnet worden. Der Bodenbelag war weitgehend zerstört

In Küchen standen noch Essensvorräte wie Reis und Bier, in manchen Zimmer lagen alte Matratzen und Schlafsäcke auf dem Boden. Radikale Parolen standen an den Wänden, daneben hingen politische Plakate. Im Treppenhaus war zu lesen: „Hoch leben die rechthabenden und allwissenden Revolutionärinnen“ und „Welcome to Hell 34“.

15.43 Uhr: Polizeisprecher Thilo Cablitz erklärt Vorgehen der Einsatzkräfte

Polizeisprecher Thilo Cablitz zeigt das rückwärtige Treppenhaus der Liebigstraße 34. Es ist mit einer Stahltür gesichert, Schutt liegt auf den Stufen. Daher sei dort kein Durchkommen für die Einsatzkräfte gewesen.

13 Uhr: Übergabe an Rechtsanwalt des Eigentümers

Gegen 13 Uhr erfolgte die Übergabe des Hauses an den Rechtsanwalt des Eigentümers. Nach der Räumung ist der Eigentümer des Hauses an der Liebigstraße 34 für die Sicherung zuständig. Demonstranten kündigten an, dass man sich das Haus zurückholen werde.

12.21 Uhr: Drohnenabwehr im Einsatz

Während der Räumung des Hauses an der Liebigstraße war auch eine Drohnenabwehr im Einsatz. Diese befand sich auf einem Dach. Damit hätte die Polizei Drohnen unschädlich machen können.

12.15 Uhr: Kriminalpolizei sichert Spuren

Derzeit ist auch die Kriminalpolizei an der Liebigstraße im Einsatz und sichert Spuren. Der Grund ist bislang nicht bekannt.

11.30 Uhr: Gerichtsvollzieher im Gebäude

Der Gerichtsvollzieher betrat gegen 11.30 Uhr das Gebäude, nachdem ein Bausachverständiger die Möglichkeit der gefahrlosen Begehung bestätigt hatte.

11.27 Uhr: Gebäude gesichert - 57 Personen herausgeführt

Die Polizei teilte um 11.27 Uhr auf Twitter mit, dass das Gebäude an der Liebigstraße 34 gesichert ist. "Bis 11 Uhr wurden 57 Personen im Haus angetroffen und herausgeführt", so die Behörde. Ein Bausachverständiger begutachte nun die einzelnen Räume. Im Anschluss bereitet die Polizei die Übergabe an den Gerichtsvollzieher vor.

11 Uhr: Noch viele Demonstranten an der Liebigstraße

An der Liebigstraße sind noch schätzungsweise 250 Menschen - auch Live-Musik wird gespielt. Die Demonstranten zerstreuten sich im Laufe des Vormittags weitgehend. In den angrenzenden Straßen seien Polizisten aber teils massiv angegriffen worden, twitterte die Polizei.

10.50 Uhr: Zwei weitere Bewohnerinnen aus dem Haus gebracht

Die Räumung des Hauses an der Liebigstraße dauert noch an. Es wurden zwei weitere Bewohnerinnen von der Polizei ins Freie geführt.

10.07 Uhr: Mehr als 20 Bewohnerinnen herausgeführt

Aus dem Haus an der Liebigstraße werden immer noch Bewohnerinnen herausgeführt. In der Summe schon mehr als 20. In der Luft kreist immer noch der Hubschrauber. Der innenpolitische Sprecher der Linken, Niklas Schrader, sagte der Berliner Morgenpost, dass man den Polizeieinsatz in Zeiten von steigenden Infektionszahlen auch hätte verschieben können.

9.35 Uhr: 17 Bewohner bislang herausgebracht

Bislang wurden 17 Bewohner aus dem Haus an der Liebigstraße 34 herausgebracht. Laut Polizei werden sie überprüft, aber nicht festgenommen. Es sei noch unklar, ob Ermittlungen etwa wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet werden.

Es kam zu teils heftigen Rangeleien zwischen Polizisten und schwarz vermummten Demonstranten vor dem Gebäude. Die Polizei sprach von etwa 1500 Protestierenden. Es herrsche eine sehr emotionalisierte Stimmung, vereinzelt seien Flaschen auf Beamte geworfen worden. Ein Sprecher sagte dennoch, der Protest verlaufe weitgehend störungsfrei.

9.17 Uhr: Nur vereinzelt Widerstand von Besetzern

Die Polizei begeht immer noch das Gebäude an der Liebigstraße 34. "Bisher haben wir mehrere Personen in der Liebigstraße 34 angetroffen und herausgeführt. Nur vereinzelt kam es dabei zu Widerstand gegen unsere Kollegen", twitterte die Polizei. "Wer sich widersetzte kann erst nach Abschluss der Anzeigenaufnahme wieder gehen."

Liebig 34 in Berlin-Friedrichshain - lesen Sie auch:

8.54 Uhr: Demo für den Abend im Monbijoupark angekündigt

Die Räumung und der Protest verlaufen bislang friedlicher als erwartet. Im Umfeld kommt es immer wieder zu Bränden. Mit Sorge blickt die Polizei aber auf die kommenden Nächte. So wurde etwa für den Abend eine Demonstration im Monbijoupark angekündigt.

8.34 Uhr: Viele Hindernisse im Haus erschweren Arbeit der Polizei

Laut Polizeisprecher Thilo Cablitz sind mehrere Polizeikräfte im Haus. Im Gebäude gebe es viele Hindernisse wie Stahltüren oder Holzverschläge, die das Vordringen erschweren. Metall sei aufgeflext, ausgelegte Balken seien weggeräumt worden. Auch Mauerreste und Beton seien aufgetürmt worden. Zudem seien Feuerlöscher vorgefunden worden, die zumindest den Eindruck erweckt hätten, es handle sich um Brand- und Sprengvorrichtungen, so der Sprecher. Spezialisten der Polizei hätten sie aber schnell als ungefährlich eingestuft.

Man habe schon mehrere Bewohner aus dem Haus herausgeholt, gehe aber davon aus, dass sich weitere darin befinden. Bislang wurden fünf Bewohner herausgebracht. Sie wurden durch ein aufgebrochenes Fenster im ersten Stock über eine Leiter ins Freie geführt. Ein Bewohner wollte das Haus nicht freiwillig verlassen und musste von zwei Polizisten herausgetragen werden.

8.32 Uhr: Mehrere Autos beschädigt

An mindestens sieben Autos, die an der Gryphiusstraße abgestellt wurden, sind von Unbekannten die Scheiben eingeschlagen worden.

8.19 Uhr: Polizei begeht die Etagen

Die Polizei begeht in dem Gebäude nun jede Etage, informierte die Behörde auf Twitter. "Angetroffene Personen werden überprüft, identifiziert und herausgeführt", hieß es weiter.

8.18 Uhr: Canan Bayram (Grüne) vor Ort

Neben Hakan Tas ist auch Canan Bayram (Grüne) vor Ort. Sie gilt als eine der größten Unterstützerinnen der Liebigstraße.

8 Uhr: Erste Bewohner verlassen das Haus

Nachdem sich die Polizei Zutritt zum Haus verschafft hat, verlassen die ersten Bewohner über eine Leiter das Gebäude.

7.58 Uhr: Polizei - Räumung verläuft ruhiger als erwartet

Laut Polizei verläuft die Räumung des Hauses an der Liebigstraße bislang ruhiger als erwartet. Vereinzelt gibt es Brände und Flaschenwürfe und Freiheitsbeschränkungen. Außerdem finden zwei angemeldete Kundgebungen in der Liebigstraße und in der Rigaer Straße statt.

7.42 Uhr: Polizei verschafft sich durch Fenster Zutritt in das Haus

Einsatzkräfte öffneten mit Brecheisen und Kettensäge den verbarrikadierten Eingang. Parallel dazu drangen Beamte auf einem Gerüst und mit Trennschleifern über ein Fenster im ersten Stock in das Innere vor. Dort stießen sie offenbar auf weitere Hindernisse. Durch das Fenster wurden Bretter und Bohlen herausgebracht. Die Polizei ging davon aus, dass noch Bewohner im Haus sind. Es kam zu teils heftigen Rangeleien zwischen Polizisten und schwarz vermummten Demonstranten. Es flogen Flaschen.

7.40 Uhr: Fahrradkolonne mit 30 Liebig-Unterstützern

Eine kleine Fahrradkolonne von circa 30 Liebig-Unterstützern fährt durch den Friedrichshainer Südkiez. Sie rufen: "Anticapitalista" und "Eure Kinder werden so wie wir".

7.32 Uhr: Hakan Taş (Linke) ist vor Ort

Vor Ort sind jetzt auch erste Parlamentarier eingetroffen. Gerade ist Hakan Taş (Linke) an die Absperrung gekommen. Auch der Anwalt der Liebigstraße, Moritz Heusinger, ist da. Er erhebt schwere Vorwürfe. Der Berliner Morgenpost sagte er, dass der Gerichtsvollzieher es abgelehnt habe, mit ihm zu sprechen. Er komme nicht an das Haus heran und könne nicht mit seinen Mandanten sprechen. So könne er auch nicht deeskalierend einwirken. Er wisse nicht, wie viele im Haus seien.

7.15 Uhr: Polizei will nun in das Haus kommen

Die Hausbesetzer haben auf die letzte Aufforderung des Gerichtsvollziehers nicht reagiert und räumen das Gebäude nicht freiwillig. Die Polizei versucht nun, sich Zutritt in das Haus zu verschaffen. Mehrere Beamte untersuchten die verbarrikadierte Tür und versuchten mit Brecheisen in das Innere zu kommen. Weitere Polizisten wollen über ein aufgebautes Gerüst in das Haus eindringen. Der Strom wurde bereits abgestellt.

7.10 Uhr: Polizeipräsidentin Slowik - Mit 1500 Kräften im Einsatz

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat den bisherigen Verlauf des Einsatzes an der Liebigstraße als gut bezeichnet. Es habe im Vorfeld der Räumung einzelne gewaltsame Aktionen und brennende Fahrzeuge gegeben, so Slowik im RBB-Inforadio. 1500 Beamte seien im Einsatz. "Bei der Symbolträchtigkeit dieses Objektes rechnen wir mit einer deutlichen Gewaltbereitschaft, der wir mit starker Präsenz begegen wollen", so Slowik. Ob das Feuer im S-Bahnhof Tiergarten in der Nacht im Kontext der Räumung zu sehen sei, konnte sie weder bestätigen noch ausschließen.

7 Uhr: Gerichtsvollzieher fordert Bewohner zum Verlassen des Hauses auf

Der Gerichtsvollzieher ist vor dem Haus an der Liebigstraße. Er werde nun letztmals dazu auffordern, das widerrechtlich besetzte Gebäude freiwillig zu verlassen, teilte die Polizei mit. Kommen die Personen der Aufforderung nicht nach, wird der Gerichtsvollzieher die Polizei um Amtshilfe bei der Räumung des Gebäudes bitten.

6.45 Uhr: Polizei baut mobiles Gerüst auf

Die Polizei baut ein mobiles Gerüst auf, um in Kürze ins Haus zu gelangen. Es kam zu weiteren Festnahmen in der Rigaer Straße.

6.29 Uhr: Mehrere Brände in der Stadt - auch am S-Bahnhof Tiergarten

Die Polizei gab am Morgen eine Bilanz über inzwischen gelöschte bzw. noch brennende Gegenstände im Stadtgebiet: mehrere Autoreifen, Müllcontainer, mehrere Autos und ein Abfertigungsgebäude (S-Bhf Tiergarten). Nach dem Brand im S-Bahnhof wurde die zwischenzeitliche Unterbrechung des Zugverkehrs wieder aufgehoben und der Feuerwehreinsatz beendet. Die Linien S3, S5, S7 und S9 fahren nach Angaben der Bahn wieder durch allerdings ohne Halt im S-Bahnhof Tiergarten in Richtung Zoologischer Garten. Gegen vier Uhr war die Feuerwehr laut eigenen Angaben verständigt worden. Die Feuerwehr war zwischenzeitlich mit 26 Einsatzkräften vor Ort.

6.24 Uhr: Personen versuchen, Gegenstände auf Fahrbahn zu bringen

Personen haben versucht, an der Petersburger Straße / Frankfurter Allee Gegenstände auf die Fahrbahn zu bringen. "Zwei Personen wurden von unseren Kollegen dabei ertappt", teilte die Polizei auf Twitter mit.

6.15 Uhr: Demonstranten werfen Flaschen auf Polizisten

An der Liebigstraße werfen die Demonstranten mit Flaschen auf die Einsatzkräfte. Es kommt zu Festnahmen. Unteressen ist ein Bagger der Polizei vorgefahren. Der hat vorne eine Art Ramme.

5.42 Uhr: Räumpanzer fährt vor Liebig 34 vor

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Bereich ist weiträumig abgesperrt. Die Demonstranten stehen hinter Absperrungen etwa 50 Meter von dem Haus entfernt. Am Morgen fuhren ein Bagger sowie ein Räumfahrzeug auf. Die Kreuzung ist mit Scheinwerfern ausgeleuchtet. Auf Hausdächern waren Polizisten postiert. Aus umliegenden Häusern schallten Musik und lautes Geklapper mit Töpfen.

5.35 Uhr: Flaschenwurf auf die Polizei

Die Polizei teilte am Morgen auf Twitter mit, dass vor dem Haus an der Liebigstraße 34 vereinzelt Gegenstände auf die Fahrbahn gebracht worden sind. "Auch Feuerwerk wurde abgebrannt und ein erster Flaschenwurf erfolgte auf unsere Kollegen", so die Polizei.

5.32 Uhr: Demonstranten skandieren „Ganz Berlin hasst die Polizei“

Vor der Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ versammelten sich hunderte Demonstranten davor. Die meist jungen, überwiegend schwarz gekleideten Leute skandierten am frühen Freitagmorgen laute Sprechchöre wie „Häuser denen, die drin wohnen“ oder „Ganz Berlin hasst die Polizei“.

5.17 Uhr: Demonstranten an der Rigaer Straße - Vereinzelt Festnahmen

Zwei Stunden vor der Räumung des Hauses an der Liebigstraße 34 waren bereits viele Demonstranten an der Rigaer Straße vor Ort. Es gab auch erste Festnahmen.

5.14 Uhr: Polizei nimmt mutmaßliche Brandstifter fest

Nachdem es an mehreren Stellen in Friedrichshain in der Nacht gebrannt hat, ist es der Berliner Polizei gelungen, drei mutmaßliche Brandstifter festzunehmen. Nach ersten Angaben wird ihnen mindestens der Brand in der Markgrafenstraße zugerechnet. Die Beamten durchsuchten die jungen Männer und fanden Grillanzünder und Brandbeschleuniger. Nach ersten Angaben waren die Beamten einem Zeugenhinweis nachgegangen. An der Ehrenbergatraße Ecke Rotherstraße wurden die Männer dann festgenommen.

4.18 Uhr: Tag der Räumung startet laut Polizei ruhig

Der Tag der Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ in Berlin, das eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in der Hauptstadt ist, hat nach Angaben der Polizei verhältnismäßig ruhig begonnen. Es gebe stadtweit kleinere Brände, etwa Mülltonnen, aber keine gewalttätigen Aktionen und keine Zusammenstöße mit der Polizei, sagte eine Sprecherin am Freitagmorgen. Bei einer für 3 Uhr angemeldeten Demonstration auf dem Bersarinplatz in Friedrichshain waren nach einer Stunde etwa zehn Menschen anwesend.

Ab dem frühen Morgen wollten Unterstützer der Bewohner an verschiedenen Stellen demonstrieren. „Lasst uns Chaos stiften, sichtbar sein und die Räumung der Liebig34 verhindern“, hieß es auf der Internetseite des Hauses. Schon in den vergangenen Tagen gab es eine Serie von linksextremen Brandanschlägen und anderen Zerstörungen.