Stadt-Ideen

Corona-Regelung: Asiatisch essen auf dem Parkplatz

Das Angebot des Bezirksamts Friedrichhain-Kreuzberg steht. Jetzt dehnen erste Restaurants ihre Schankfläche aus.

Bereit fürs Abendgeschäft am Freitag: die zusätzliche Schankfläche vor dem Restaurant „Nyom“.

Bereit fürs Abendgeschäft am Freitag: die zusätzliche Schankfläche vor dem Restaurant „Nyom“.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Berlin. Es hat lange gedauert, doch am Freitag ging es los. Erste Restaurants nehmen das Angebot des Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg an, Tische auf bisherigen Parkflächen zu postieren. Doch die Chance stellt viele Gastronomen vor Herausforderungen. Manche kommen mit dem bürokratischen Aufwand nicht klar. Anderen ist die Miete für Verkehrsschilder zu hoch. Zudem sind mehrere Vermieter ausgebucht.

Am Boxhagener Platz, nahe der Friedrichshainer Gastro-Piste Simon-Dach-Straße kann das vietnamesische „Nyom“ zwei Flächen nutzen. „Das ist Platz für neun Tische – mehr als wir bisher hatten“, sagt Mitarbeiter Pham Vinh. „Wir hoffen, jetzt wieder auf die alten Umsätze zu kommen.“

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Neue Corona-Regelung: Gnade für den Falschparker

Die gesamte neue Terrassenfläche konnte das „Nyom“ am Freitag noch nicht nutzen. „Auf einem Teil stand schon seit Tagen ein Auto“ sagt Pham Vinh. „Wir wollten den Wagen jetzt am ersten Tag nicht gleich abschleppen lassen – das wäre unfair gewesen.“

Mitte Mai hatte das Bezirksamt den Startschuss gegeben. Gastronomen, Geschäfte und soziale Projekte können bis 31. August entweder wochenends oder wochentags die Nutzung jener Flächen beantragen, die vor ihrem Laden bislang als Parkplätze dienen. Das sollte Geschäften helfen, die geringere Zahl an Außengastronomie wettzumachen, die ihnen wegen der 1,50-Meter Hygiene Abstand verloren geht. Und entsprach nebenbei der Linie des Bezirks, Autos und Parkraum zurückzudrängen.

Parkverbot nach Feierabend fortschleppen

Schilder und Absperrungen aber müssen die Gastronomen selbst mieten und liefern lassen. Das günstigste Angebot, das Tom Krugmann vom Restaurant „Friedrichs Wirtschaft“ erhielt, lag bei 700 Euro. Die Investition ist ihm zu hoch, sagt er. Andere Vermieter hätten zudem erklärt, wegen der vielen Bauaufträge in Berlin seien alle Schilder und Sperren vergeben.

Vermieter Adnan Kaya von der Kreuzberger Firma „Halteverbot123“ dagegen sagt, in Folge des Angebots des Bezirks gingen jetzt zwei seiner Mitarbeiter sogar direkt auf Gastronomen zu, um ihnen Material zu verleihen – zu einem Preis, der jetzt auf ein Drittel reduziert sei. Josephin Graf von der „Voudookitchen“ an der Scharnweberstraße beklagte, dass man Parkverbote und Sperren nach Geschäftsschluss zukünftig ins Lokal schleppen müsse. Allerdings ist das laut Verleiher Kaya für Wirte günstiger, als das Material immer wieder abholen und liefern zu lassen.