Spielstraßen

Eltern und Kinder toben auf autofreien Straßen in Kreuzberg

Erneut wurden in Kreuzberg temporäre Spielstraßen eingerichtet. Eltern freuen sich, dort Zeit mit ihren Kindern zu genießen.

Temporäre Spielstraße : Marie Caront und Tochter Milana auf der Wassertorstraße in Kreuzberg.  

Temporäre Spielstraße : Marie Caront und Tochter Milana auf der Wassertorstraße in Kreuzberg.  

Foto: Joerg Krauthoefer / FUNKE Foto Services

Berlin. Begeistert springt Milana am Sonntagnachmittag durch die blaue Reifen, die auf dem Asphalt der Wassertorstraße in Kreuzberg liegen. Dann greifen die Vierjährige und ihre Mutter Marie Caront zwei Ringe und setzen gemeinsam zum Hula-Hoop an. Das ist mitten auf der Straße möglich, weil seit der vergangenen Woche jeden Sonntag temporäre Spielstraßen in Friedrichshain-Kreuzberg eingerichtet werden.

Der Bezirk hatte angekündigt, an Sonn- und Feiertagen perspektivisch bis zu 30 Straßen jeweils von 12 bis 18 Uhr zum Spielen freigeben. „Milana liebt es, zu hüpfen und an der frischen Luft zu toben. Es war schwer für sie, die Tage während der Corona-Krise zu Hause zu verbringen“, sagt ihre Mutter (42).

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Milana vermisst ihre Spielkameraden im Kindergarten, der noch immer geschlossen ist. Die Spielplätze, die nun in Berlin wieder geöffnet sind, versucht ihre Mutter zu meiden. „Dort ist es immer so voll und Eltern halten sich nicht an die Sicherheitsregeln“, sagt Caront. Sie achte besonders darauf, dass es nicht zum Körperkontakt kommt, da Milana Atemprobleme hat. Beim Toben in der Wassertorstraße gibt es hingegen keine Bedenken, weil Kinder sich auf eine große Fläche verteilen können.

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„Für manche Autofahrer ist die Spielstraße noch irritierend“

Und jeder kann machen, was ihm gefällt. Hinter Milana malen fünf Jungen mit Straßenkreide bunte Figuren auf den Boden. Brüder spielen Fußball zwischen zwei aufgebauten Mini-Toren. Ein Mädchen flitzt ihrem pinken Fahrrad über die Straße. Die Kinder werden von insgesamt sechs Erwachsenen beaufsichtigt.

Leonie Beeskow ist eine der Aufsichtspersonen und auch an der Organisation der Spielstraße beteiligt. Die 30-Jährige arbeitet in dem angrenzenden Mehr-Generationen-Haus Wassertor. „Für manche Autofahrer ist die Popup-Spielstraße noch irritierend. Ihnen erklären wir dann, was wir hier machen“, sagt die Soziologin. „Die Kinder sind auf jeden Fall froh. Einige von ihnen treffen hier ihre Schulkameraden, die sie lange nicht gesehen haben.“

In der Dresdner Straße freuen sich Katharina Stenzel und ihre Tochter Hannah ebenfalls darüber, dass sie sich dort austoben können, ohne vom Verkehr gestört zu werden. Hannah fährt mit einer Freundin Inline-Skates, während ihre Mutter an der Absperrung steht und sie beaufsichtigt. Neben der 13-Jährigen spielen vier andere Kinder in der Straße. „Heute ist nicht so viel los, aber das ist auch gut so. Wäre die Straße voll, könnten wir keinen Abstand einhalten“, sagt Strenzel.