Deutsches Technikmuseum

Neue Leitung im Kreuzberger Technikmuseum

Joachim Breuninger wechselt von Dresden nach Berlin. Der neue Direktor soll die Erweiterung des Museums begleiten.

Joachim Breuninger, Direktor des Verkehrsmuseum Dresden, wechselt nach Berlin.

Joachim Breuninger, Direktor des Verkehrsmuseum Dresden, wechselt nach Berlin.

Foto: imago sport / imago images / Sven Ellger

Berlin. Das Deutsche Technikmuseum bekommt einen neuen Direktor. Der Senat hat in seiner Sitzung am Dienstag Joachim Breuninger zum neuen Leiter des Hauses an der Trebbiner Straße in Kreuzberg bestellt. Breuninger verlässt somit seine Position als Direktor und Geschäftsführer des Verkehrsmuseums Dresden und folgt im Deutschen Technikmuseum zum 1. August auf Dirk Böndel, der in den Ruhestand geht.

Breuninger wurde auf Empfehlung von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) berufen. „Mit Joachim Breuninger kommt ein inspirierender, zukunftsorientierter Museumsdirektor und Kulturmanager an das Technikmuseum“, sagte Lederer. „Ich freue mich sehr, dass wir ihn für diese wichtigen Aufgaben gewinnen konnten.“

Der neue Direktor des Deutschen Technikmuseum hat seit knapp zehn Jahren die Leitung des Dresdener Verkehrsmuseums inne. Momentan bereitet er dort noch die „Neue Dauerausstellung Eisenbahn“ vor. Zuvor war er im DB Museum Nürnberg beschäftigt. Auch in Berlin war der 1968 im baden-württembergischen Ilshofen Geborene bereits im Museumswesen tätig: Von 1997 bis 1999 arbeitete er im Deutschen Historischen Museum.

Im Technikmuseum soll Breuninger nun umfangreiche Neuerungen begleiten. „In den nächsten Jahren wollen wir das Museum erweitern und mit einem neuen Eingangsgebäude das Haupthaus an der Trebbiner Straße mit dem Science Center Spectrum an der Möckernstraße verbinden“, kündigte Tiziana Zugaro, Leiterin der Pressestelle am Deutschen Technikmuseum, an. In wenigen Monaten soll dafür ein Architekturwettbewerb starten. Außerdem wolle man in Hangar 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof eine Luftfahrt-Ausstellung zeigen. „Wir streben eine Mischung an, wollen bestehende Ausstellungen überarbeiten und neue konzipieren“, bringt Zugaro die Museumsstrategie auf den Punkt. Ein wichtiges Stichwort sei auch im Deutschen Technikmuseum die Inklusion: Es gelte, neue Besuchergruppen zu erschließen.

Technikmuseum in den letzten Jahren immer beliebter

In den letzten Jahren konnte das Kreuzberger Museum stetig steigende Besucherzahlen verzeichnen. 2019 kamen mit 635.382 Menschen so viele Besucher wie nie zuvor. Über einen positiven Trend konnte sich auch das Dresdener Verkehrsmuseum freuen. Seit 2012 haben jährlich zwischen 190.000 und 250.000 Menschen das Museum besucht – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. In Dresden wird man Direktor Breuninger daher schmerzlich vermissen. Seine Berufung an das Deutsche Technikmuseum stelle einen großen Verlust für die Museumslandschaft des Freistaats Sachsens dar, meint die Zweite Bürgermeisterin von Dresden, Annekatrin Klepsch. „Zugleich ist es eine Bestätigung, dass Joachim Breuninger in Dresden eine hervorragende Arbeit bei der Entwicklung des Hauses und der Museumslandschaft geleistet und neue Impulse in die kulturelle Entwicklung der Stadt gebracht hat.“

Der Historiker und Politikwissenschaftler hat das Verkehrsmuseum in seiner Amtszeit strategisch neu ausgerichtet. Im Mittelpunkt der Ausstellungen steht nicht mehr ausschließlich die Technik, sondern auch der Mensch und die kulturhistorischen Aspekte der Mobilität. Neben technikinteressierten Besuchern sind Familien und jüngere Besuchergruppen in den Fokus gerückt, die durch Mitmach-Stationen, einen Verkehrsgarten und Vermittlungsprogramme angesprochen werden. Seit 2012 wurden die permanenten Ausstellungen zu den Verkehrszweigen Luft, Straße und Wasser unter Leitung Breuningers komplett überarbeitet. Mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung Schienenverkehr Mitte 2020 findet dieser Weg der Erneuerung und Modernisierung nun ihren Abschluss.

Für ein persönliches Statement stand Breuninger am Dienstag nicht zur Verfügung. Der Museumsdirektor befinde sich auf dem Weg in den Urlaub, sagte ein Sprecher des Dresdener Verkehrsmuseums. Seine Erfahrung im Verkehrsbereich sollten ihm in Berlin zugutekommen. Mit Dirk Böndel verabschiedet sich ein Schiffbau-Experte vom Posten des Museumsdirektors. In seine Amtszeit fiel die Eröffnung des Neubaus mit Dauerausstellungen zur Schiff- und Luftfahrt. Ferner hat Böndel Dauerausstellungen zum Straßenverkehr und der Welt der technischen Vernetzung realisiert. Diesen Weg möchte man weiter beschreiten. Die Digitalisierung soll in allen Bereichen vorangetrieben werden, sagte Sprecherin Tiziana Zugaro. Das gelte nicht nur für die inhaltliche Ausrichtung, sondern auch für die Kommunikation und den internen Arbeitsablauf.