Wohnungsmarkt

Protest gegen Verkauf von 120 Sozialwohnungen am Kotti

In Kreuzberg formiert sich Protest gegen den geplanten Verkauf von 120 Sozialwohnungen am Kottbusser Tor.

Protest der Mieter in Kreuzberg gegen den Verkauf von 120 Sozialwohnungen

Protest der Mieter in Kreuzberg gegen den Verkauf von 120 Sozialwohnungen

Foto: Kotti & Co

Berlin.  Der geplante Verkauf von 120 Sozialwohnungen am südlichen Kottbusser Tor stößt bei den Mietern auf Protest. Wie die Initiative „Kotti & Co“ jetzt mitteilte, soll der Südblock am Platz, die Häuser der Admiralstraße 1 und 2 sowie die Skalitzer Straße 6 in einem Bieterverfahren veräußert werden. Betroffen von dem Verkauf sind demnach nicht nur die Mieter der Wohnungen, sondern auch der Treff „Südblock“ und das von der Mieterinitiative häufig genutzte „Aquarium“ – ein Veranstaltungsort in den ehemaligen Verkaufsräumen einer Aquarienhandlung.

Kreuzberger Mieter haben Angst vor Verdrängung

Nach Informationen von „Kotti & Co“ will ein privater Fonds die Gebäude in einem Bieterverfahren an den Meistbietenden verkaufen. Die Immobilien an eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft zu veräußern, habe der Fonds bisher abgelehnt, schreibt die Initiative, die am Donnerstag zum Sitz der Eigentümergesellschaft an den Kurfürstendamm 199 nach Charlottenburg gefahren war, um dort zu protestieren.

„Wir haben mit großer Bestürzung vom Verkauf erfahren“, schreibt die Initiative. Die etwa 250 Anleger hätten in den 1970er-Jahren Geld angelegt und damit erhebliche Steuern gespart. Die Mieter und das Land Berlin hätten das Haus bereits mehrfach abgezahlt. „Wer hier kauft, kauft Ärger“, droht die Mieterinitiative. Der Senat sei dringend aufgefordert, „umgehend Druck auf die Fondsverwalter auszuüben“.

Grünen-Politikerin schließt sich der Forderung an

Dieser Forderung schloss sich am Freitag auch Katrin Schmidberger, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, an. „Wir erwarten vom Senat alle rechtlichen wie politischen Möglichkeiten zu prüfen sowie zu ergreifen und mit den Anlegern eine Lösung zu erzielen, um die Menschen „am Kotti“ abzusichern“, so die Abgeordnete. Rot-Rot-Grün könne hier konkret zeigen, dass „wir besonders für die einkommensschwachen Berliner kämpfen“, sagte Schmidberger.