Markthalle Neun

Aldi-Streit: Kreuzberger Markthalle Neun handelte korrekt

Betreiber einigen sich außergerichtlich mit Bezirk.

Die Aldi-Filiale in der Markthalle sorgte für Konfliktstoff.

Die Aldi-Filiale in der Markthalle sorgte für Konfliktstoff.

Foto: Patrick Goldstein

Kreuzberg. Im Streit um den Verbleib der Aldi-Filiale in der Markthalle Neun konnten die Hallen-Betreiber, die der Kette gekündigt hatten, jetzt zwei Erfolge verbuchen. Gerichtlich geklärt ist der Vorwurf der Zweckentfremdung von Wohnraum, den das Bezirksamt erhoben hatte. Der Verdacht betraf vier Wohnungen im Obergeschoss der Halle.

Das Verwaltungsgericht entschied jetzt, dass zwei davon nie als Wohnungen fungierten und nur eine bewohnt ist. Für die vierte, die die Betreiber nutzen, machte das Gericht einen Vergleichsvorschlag, dem beide Seiten zustimmten: Der Bezirk erteilt eine Genehmigung zur zweckfremden Nutzung der Räumlichkeiten als Büros und kassiert dafür eine Ausgleichszahlung von zwei Euro pro Quadratmeter.

Dem Vorwurf von Aldi-Befürwortern, die Betreiber würden nicht auf die Bedürfnisse der Nachbarschaft eingehen, auf die sie vor einem Jahrzehnt bei der Unterstützung einer neuen Markthalle gedrängt hatten, können die Geschäftsführer jetzt eine aktuelle Stellungnahme der landeseigenen Berliner Immobilien Management GmbH entgegen setzen.

Markthalle Neun bot Demonstranten Platz für Protest

Sie führte im vergangenen Jahr an drei Terminen Begehungen der Halle durch. Am Ende steht die jetzige Einschätzung: Die Betreiber erfüllen demnach die 2012 festgeschriebenen Nutzungsbedingungen. Anwohner, die sich etwa über das vermeintlich elitäre Angebot beschweren, bekommen demnach jene Kleinteiligkeit, die beim Verkauf verabredet worden war. Die Betreiber unterstreichen, dass laut Vertrag die Kündigung von Aldi bereits schon vor drei Jahren zulässig gewesen wäre.

Gegner des Plans, Aldi durch eine Filiale der Drogeriekette „dm“ zu ersetzen, hatten im Januar dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, 5290 Unterschriften übergeben. Geschäftsführer Nikolaus Driessen und seine Kollegen überließen ihnen am Mittwoch Platz in ihrer Halle, um dies bei Häppchen und von Protestplakaten umgeben, öffentlich zu machen. In einer Mitteilung kommentierten sie danach: „Vielen Dank dafür und weiter so!“