Warmwasserausfall am Kottbusser Tor: 200 Mieter betroffen

Auf einen Schlag kam in 70 Wohnungen nur noch kaltes Wasser aus dem Hahn. Die Deutsche Wohnen reagierte erst mit Verspätung.

Anwohner des Kottbusser Tors leiden bereits unter den rauen Verhältnissen auf der Straße. Auch viele Wohnungen dort sind in unerträglichem Zustand.

Anwohner des Kottbusser Tors leiden bereits unter den rauen Verhältnissen auf der Straße. Auch viele Wohnungen dort sind in unerträglichem Zustand.

Foto: Reto Klar

Berlin. Es ist nicht das erste Mal, dass Mieter vom Kottbusser Tor im Winter über schwerwiegende Ausfälle in ihren Wohnungen klagen. Jetzt hat es 200 Anwohner aus Häusern an der Kohlfurter und der Skalitzer Straße erwischt. Wie ein Sprecher der Initiative „Kotti & Co.“ am Donnerstagnachmittag berichtete, gibt es bei ihnen seit Dienstagabend kein warmes Wasser mehr. „Auf einen Schlag kam in rund 70 Wohnungen nur noch kaltes Wasser aus dem Hahn“, sagte er. In den Häusern leben vornehmlich Familien mit Kindern. Es handelt sich um Bauten aus dem sozialen Wohnungsbau. Mieter brauchen einen Wohnberechtigungsschein.

Beschwerden versickern beim Call Center

Dem Sprecher zufolge haben sich viele Mieter seit Dienstag beim Eigentümer, der Deutschen Wohnen, beschwert. „Aber da erreicht man nur das Call Center – dort versickert die Beschwerde.“ Auch der Sprecher hatte sich vor 40 Tagen mündlich und schriftlich nach einem Heizungsausfall an das Call Center gewandt. „Am vergangenen Freitag erst kam die Rückfrage, ob der Schaden noch besteht“, berichtet er.

Schon im Februar 2019 schlug „Kotti & Co“ Alarm. In den ersten drei Januarwochen seien Störungen der Heizungssysteme aufgetreten, zudem ein zehntägiger Totalausfall der Warmwasserversorgung. Auf der östlichen Seite des Platzes seien Mieter zum Teil vier Wochen ohne Heizung und sporadisch ohne warmes Wasser geblieben. Damals seien 450 Mietparteien mit rund 1350 Menschen betroffen gewesen.

Mieter erhalten jetzt eine Mietminderung

In der Folge fordert die Initiative jetzt im Namen der Mieter zu erfahren, aus welchem Jahr die Wärmeerzeugungsanlagen der Wohnungen der Deutsche Wohnen am Kottbusser Tor sind und welche Leistungsstärke sie haben. Sie wollen den „sofortigen Austausch der Wärmeerzeugungsanlagen“, einen funktionierenden Notfallservice und örtlich ansässige Hausmeister.

Ursache für den Ausfall ist ein defektes Ventil

Ein Sprecher der Deutsche Wohnen erklärte auf eine Anfrage der Berliner Morgenpost, dass ein Techniker die Situation in den Gebäuden Skalitzer Straße 2-5 und Kohlfurter 7-13 am Mittwoch untersucht habe. Ihm zufolge sei die Ursache für den Ausfall ein defektes Ventil. Es sei bestellt worden und werde entweder am Donnerstagabend oder am Freitag eintreffen und installiert.

Der Sprecher betonte, dass es sich bei einem Ventil um ein Verschleißteil handelt. Die Deutsche Wohnen habe im vergangenen Jahr 36.000 Euro in die Wärmeanlage investiert. Mieter würden nun per Aushang darüber informiert, dass es für sie eine Mietminderung geben werde.