Friedrichshain-Kreuzberg

Straßenfeste sollen Müll vermeiden: Verbot für Einweggrills

Grünen-Stadträtin Clara Herrmann stellt Maßnahmen vor, um den Müll in Friedrichshain-Kreuzberg zu reduzieren

Auch die Betreiber des Jazzfests an der Kreuzbergstraße brauchen zukünftig ein Müllvermeidungskonzept für die Genehmigung.

Auch die Betreiber des Jazzfests an der Kreuzbergstraße brauchen zukünftig ein Müllvermeidungskonzept für die Genehmigung.

Foto: Patrick Goldstein

Umweltstadträtin Clara Herrmann (Grüne) hat am Mittwoch Maßnahmen präsentiert, mit denen der Abfall im Bezirk reduziert werden soll. Sie sieht vor, dass Veranstalter von Großfesten im Bezirk, etwa des Karnevals der Kulturen, ab 2021 zur Genehmigung auch ein Müllvermeidungskonzept einreichen müssen. Es werde den Stellenwert des ebenfalls obligatorischen Sicherheitskonzepts haben. Reicht dem Bezirksamt der Umwelt-Faktor einer Veranstaltung nicht, wird abgelehnt.

Die Grünen-Politikerin berief sich auf Ergebnisse der Studie „Zero-Waste-Konzept für den öffentlichen Raum“, die der Bezirk bei Grüner Liga, Bund und Circular Berlin in Auftrag gegeben hatte (Kosten: rund 60.000 Euro).

Wochenmärkte in Friedrichshain-Kreuzberg sollen Müll vermeiden

Herrmann unterstrich, dass man mit den neuen Strategien umsetze, was nach den Befugnissen des Bezirks möglich ist. So fielen einerseits allein in Friedrichshain-Kreuzberg innerhalb eines Tages so viele fortgeworfene Einwegbecher an, dass man davon alle zwei Stunden einen Stapel in Höhe des Fernsehturms errichten könnte. Aber die Entscheidung über entsprechenden Pfand oder ein vollständiges Verbot könne nur das Land entscheiden, betonte Herrmann.

Görlitzer Park und Volkspark Friedrichshain: Verbot für Einweggrills

So wird der Bezirk jetzt in ersten Schritten zumindest Wochenmärkte drängen, Müll zu vermeiden. In Görlitzer Park und Volkspark Friedrichshain werden Einweggrills verboten. Dies sollen Parkläufer überwachen. Langfristig sind feste Grills vorgesehen, die Bürger für bestimmte Zeiten buchen können. Der Bezirk installiert zudem Zigaretten-Kippen-Mülleimer.

In 2020 will die Stadträtin prüfen lassen, welcher Kiez sich für ein ambitioniertes Projekt eignet: Herrmann will 2021 Nachbarschaft und Gewerbetreibende zusammenbringen, um zu erproben, wie dort ein Zero-Waste-Modell erarbeitet und realisiert werden kann. Denkbare Viertel seien etwa am Boxhagener Platz und am Annemirl-Bauer-Platz.