Online-Versandhändler

Zalando baut in Friedrichshain sein Hauptquartier aus

Der Berliner Online-Händler Zalando plant in Friedrichshain sein 13. Gebäude. Mit den Häusern „Up“ und Stream befinden sich noch zwei in Bau.

Das Gebäude BHQ-Z steht zukünftig an der Tamara-Danz-Straße und soll im Erdgeschoss für Besucher offen sein.

Das Gebäude BHQ-Z steht zukünftig an der Tamara-Danz-Straße und soll im Erdgeschoss für Besucher offen sein.

Foto: Henn Architekten

Der Bezirk mit dem szenig-wilden Image ist zugleich Standort eines der größten Arbeitgeber der Stadt. Online-Händler Zalando belegt auf seinem Campus rund um die Mercedes-Benz Arena in Friedrichshain-Kreuzberg zehn zum Teil markante Gebäude. Während am „Up!“- und dem jetzt verkauften „Stream“-Hochhaus die Bauarbeiten laufen, gibt es nun einen weiteren Erweiterungsplan zur Errichtung einer Niederlassung. An der Tamara-Danz-Straße ist die Expansion des Hauptquartiers nebenan vorgesehen.

Zalando: Baubeginn für Erweiterung des Hauptquartieres ist im April

BHQ-Z ist der schmucklose Name für das fünfgeschossige Haus. Das steht für „Berlin Headquarter Z“, wobei der Buchstabe die Form des Hauses aufgreift. Der Baubeginn ist für den April dieses Jahres vorgesehen. Mit der Fertigstellung rechnet das Unternehmen in drei Jahren. Im Juni 2019 waren die Hauptquartier-Gebäude X und O eröffnet worden.

Der in Berlin mit mehr als 6000 Mitarbeitern vertretene Händler, der 2008 mit einem Sitz in Mitte als Start-up begann, will das Bürogebäude zumindest im Erdgeschoss für Berliner und Touristen zugänglich machen.

Erwogen werden etwa Ausstellungsflächen, ein Informationscenter und ein Café. Mit minimalistischer Glasfassade, Betonsäulen und schlichten Holztreppen wolle man „unsere offene und kreative Berliner Heimat widerspiegeln“, sagt Raimund Paetzmann, Vice President von Corporate Real Estate bei Zalando.

Platz für Showroom- oder Pop Up-Geschäftsflächen

Firmen-Partner erhalten Raum für Showroom- oder Pop Up-Geschäftsflächen - ein Kontrast zum reinen Onlineverkauf, bei dem Kunden einige Fantasie brauchen, um festzustellen, ob ein Kleidungsstück nach Eintreffen bei ihnen tatsächlich zu ihnen passt.

Einen entfernten Einblick ins Arbeiten im Haus erhalten Besucher im Atrium, das über alle Etagen geht. In den ersten beiden Stockwerken sind Co-Working Plätze sowie Seminar- und Fortbildungsräume vorgesehen. Dort will Zalando Textilanbieter, die auf der Plattform verkaufen, etwa im sogenannten Connected Retail-Konzept schulen, einer Verbindung von Online-Handel und Ladengeschäft. Wer sich etwa eine Hose bei Zalando bestellt, bekommt die Ware dabei nicht mehr aus dem Zentrallager sondern vom Anbietergeschäft, das die Ware selbst versendet. In weiteren Etagen gibt es Büro- und Konferenzräume mit etwa 450 Arbeitsplätzen und ganz oben einem Dachgarten.

Zalando-Projekt „Up“ wird im kommenden Jahr fertig

Im kommenden Jahr soll Zalando-Projekt „Up!“ fertig werden. Der neue Sitz entsteht aus dem Gebäude am Ostbahnhof, in dem sich bis 2017 Kaufhaus Galeria Kaufhof befand. Laut Sprecherin Barbara Debowska soll Ende 2021/Beginn 2022 „Stream“ bezugsfertig sein. Die Signa Gruppe (KaDeWe, Upper West, Karstadt Hermannplatz) errichtet den 90-Meter-Turm neben der Mercedes-Benz Arena.

Wie das Unternehmen von Karstadt-Eigentümer René Benko jetzt mitteilte, wird der zukünftige Arbeitsplatz für 2500 Angestellte den Besitzer wechseln. „Nach der Fertigstellung findet der Eigentümerwechsel statt“, sagte Signa-Sprecher Sebastian Schmidt. Das Gebäude sei von vornherein nicht für den Bestand des Unternehmens vorgesehen gewesen.

Neuer Besitzer wird Investmentmanager PGIM, einer der international größten Vermögensverwalter. Zalando wird Hauptmieter. Auch „Up!“ hatte die Signa verkauft. Bei Bekanntwerden war eine Kaufsumme von 335 Millionen Euro berichtet worden.