Bilanz

Ordnungsamt mit Waste Watchern und auf dem Rad unterwegs

Sicherheit auf Schulwegen und Umsetzungen von Autos sind Thema. In diesem Jahr ist neues Personal auf den Straßen.

Als Knöllchenschreiber mögen sie unbeliebt sein. Aber für Sicherheit und Sauberkeit sind die Mitarbeiter der Ordnungsämter unentbehrlich.

Als Knöllchenschreiber mögen sie unbeliebt sein. Aber für Sicherheit und Sauberkeit sind die Mitarbeiter der Ordnungsämter unentbehrlich.

Foto: Massimo Rodari

Mehr Eingriffe durch Ordnungsämter für Sauberkeit und gegen rücksichtslose Verkehrsteilnehmer ist eine wiederkehrende Forderung der Bürger in den Bezirken. Das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg hat jetzt Zahlen vorgelegt, wo Mitarbeiter zwischen Januar und November 2019 am stärksten aktiv wurden.

Das Augenmerk lag dabei vor allem auf Falschparkern. 2157 Umsetzungen veranlassen die Männer und Frauen in Dunkelblau. Zu Sicherheit von Schülern, angemessenem Verhalten von Eltern, die ihre Kinder morgens und nachmittags mit dem Auto chauffieren, sowie sonstigen Verkehrsteilnehmern waren die Mitarbeiter im Bereich von 17 Grundschulen im Bezirk tätig. Während 91 Tagen gaben sie 25 Umsetzungen in Auftrag und stellten 1225 Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. Davon gab es 401 vor dem Gelände von Aziz-Nesin- und Carl-von-Ossietzky-Schule in Kreuzberg.

Zahlreiche Ordnungswidrigkeiten im Verkehr

Bei der Kontrolle von Radfahrern stellten sie 598 Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. Ordnungsamtsmitarbeiter auf Fahrradstreife sammelten 1094 Verkehrsordnungswidrigkeiten und 77 nicht verkehrsrechtliche Ordnungswidrigkeiten. Sie sorgten für 37 Umsetzungen.

Auch Bürger im Bezirk schalteten 2019 das Ordnungsamt ein. So gingen im Portal Ordnungsamt-Online 20.305 Meldungen ein. Damit ist der Bezirk im stadtweiten Vergleich an fünfter Stelle.

Daneben gab es Kontrollen in Parks und grünen Orten im Bezirk. Zwischen Januar und einschließlich November stellten die Mitarbeiter in Friedrichshain 369 Verstöße fest, bei denen Hunde nicht angeleint waren. Zudem wurden 88 Anzeigen wegen unerlaubten Grillens geschrieben. In Kreuzberg gab es 260 Vorgänge zu Hunden, 26 zu verbotenem Grillen.

Bußgeldverfahren wegen Vermüllung und Hütchenspielern

Einsätze gegen Vermüllung, also „Waste Watching“, deckten 1101 Verstöße auf und führte zu 132 Bußgeldverfahren. In einem der beliebtesten Touristen-Bezirke der Stadt wurden mehr als 200 Bußgeldverfahren gegen Hütchenspieler rechtskräftig abgeschlossen. 20 Erzwingungshaftanordnungen wurden verhängt. Die Beschuldigten hatten am Ende zum Teil mehr als 1000 Euro zu zahlen. Das Bezirksamt geht von einer Zahl von 154 Hütchenspielern aus, die auf Berliner Straßen unterwegs sind.

In Friedrichshain-Kreuzberg hatte der zuständige Stadtrat Andy Hehmke (SPD) im vergangenen Jahr wiederholt über die Schwierigkeiten berichtet, für den Beruf im Ordnungsamt Bewerber zu finden. Im September dann absolvierten zehn neue Mitarbeiter ihre Grundausbildung für den Allgemeinen Ordnungsdienst. Sie sollen zukünftig für Verstärkung und mehr Kontrolle im Bezirk sorgen. Der Leiter des Ordnungsamtes, Joachim Wenz, hat zudem angekündigt, dass demnächst „Waste-Watcher“ in Zivil unterwegs sein werden.