Im silbernen Skoda

Clan-Mitglied rast durch Berlin und verursacht Unfall

Der Wagen raste über rote Ampeln vor der Polizei davon. Im Auto wurden Gegenstände gefunden, die auf illegale Aktivitäten hinweisen.

Im Fahrzeug saßen vier Männer, die nach dem Unfall aus dem Wagen stiegen. Am Steuer soll Bilal R. gesessen haben - Angehöriger eines bekannten Berliner Clans.

Im Fahrzeug saßen vier Männer, die nach dem Unfall aus dem Wagen stiegen. Am Steuer soll Bilal R. gesessen haben - Angehöriger eines bekannten Berliner Clans.

Berlin. Am Freitagabend kam es in Kreuzberg gegen 22 Uhr nach einer Flucht vor der Polizei zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden. Nach dem Unfall sprangen nach Zeugenaussagen vier Männer aus dem Unfallauto und flüchteten unerkannt. Bei der anschließenden Durchsuchung entdeckten die Beamten nach Informationen der Berliner Morgenpost im Wageninnern zahlreiche Gegenstände, die auf illegale Tätigkeiten hinweisen.

Flucht vor der Polizei von Neukölln nach Kreuzberg

Begonnen hatte die Flucht vor der Polizei offenbar bereits in Neukölln. Dort soll ein Skoda Fabia Kombi aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen vor den Augen einer Polizeistreife mehrfach bei Rot über Ampeln gefahren sein. Auf Anhaltesignale der Polizei sowie Blaulicht und Martinshorn hätten die Männer in dem Pkw nicht reagiert.

In Kreuzberg soll der Pkw am Planufer sogar in einem verkehrsberuhigten Bereich mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit durchgerast sein. Das berichteten Zeugen. Nach ihren Angaben mussten Radfahrer und Fußgänger beiseite springen, um nicht erfasst zu werden.

Smartphone in Alufolie eingewickelt

An der Ecke Planufer und Graefestraße prallte der Kombi gegen ein geparktes Fahrzeug und schleuderte noch gegen einen anderen geparkten Pkw. Zeugen berichteten, dass sich alle vier Türen öffneten und vier Männer zu Fuß flüchteten. Mit einem richterlich angeordneten Durchsuchungsbeschluss machten sich die Polizisten ans Werk.

Bei der Durchsuchung des Autos fanden die Beamten nach Morgenpost-Informationen offenbar Sturmhauben, Cuttermesser, sogenannte Blitzknallkörper, USB-Sticks, SIM-Karten und Smartphones. Ein Smartphone war in Alufolie eingewickelt. Das soll vermutlich eine Ortung des Gerätes unmöglich machen.

Kontoauszüge eines Clan-Mitglieds

Im Fahrzeug sollen die Polizisten zudem Unterlagen und Kontoauszüge eines bekannten Berliner Clan-Mitglieds gefunden haben. Die vier in Folie verpackten Blitzknallkörper, auch Polenböller genannt, enthalten jeweils zwei Gramm Sprengstoff.

In Deutschland sind sie nicht zugelassen, im östlichen Ausland hingegen frei verkäuflich. Nach Angaben der Polizei hat der Abschnitt 53 die Ermittlungen übernommen. Das Fahrzeug wurde sichergestellt.

Auch in der Nacht zu Sonntag raste ein Autofahrer vor der Polizei davon und baute einen Unfall.