Brandstiftung

Unbekannte zünden Auto von türkischer Botschaft an

Am Rande einer Demonstrationen gegen die Militäroffensive der Türkei kam es in Kreuzberg zu Gewalt.

Am Halleschen Ufer in Berlin Kreuzberg brannte am frühen Morgen ein Pkw. Nach ersten, noch unbestätigten Angaben, soll der Pkw zur Türkischen Botschaft gehören. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Am Halleschen Ufer in Berlin Kreuzberg brannte am frühen Morgen ein Pkw. Nach ersten, noch unbestätigten Angaben, soll der Pkw zur Türkischen Botschaft gehören. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Foto: Peise

Berlin. Was Sicherheitsbehörden befürchteten, ist am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag eingetreten. Nach dem Beginn der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wird auch in Berlin die Sicherheitslage angespannter.

Unbekannte haben in der Nacht zu Freitag nach einer Demonstration in Kreuzberg ein Auto der türkischen Botschaft in Brand gesetzt. Der Pkw wurde beschädigt. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Eskalation in Syrien hat auch Folgen für Berlin

In Berlin und anderen deutschen Städten hatten am Donnerstagabend zahlreiche Menschen gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien demonstriert. Das angezündete Auto hatte ein Diplomatenkennzeichen. Für Außenstehende war es möglich, das Auto als Fahrzeug aus dem Fuhrpark der türkischen Botschaft zu identifizieren.

Wenn in Syrien die Gewalt eskaliert, hat das auch immer Auswirkungen auf Berlin. Vor fast genau einem Jahr hatten Unbekannte einen Türkischen Bildungsverein an der Reuterstraße attackiert. Die Täter warfen Brandsätze und Pflastersteine. Auf den Gehweg hatten die Unbekannten damals einen Spruch gesprüht: „Afrin – Seri Hilde“. Der kurdische Spruch „Seri Hilde“ (Erhebe dich!) wird von kurdischen Jugendorganisationen verwendet, die der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehen.

Zu der Demonstration in Kreuzberg am Donnerstagabend hatte die vom Verfassungsschutz beobachtete „Interventionistische Linke“ aufgerufen. In einer Ankündigung wurde gefordert, gegen den Krieg der Türkei in Rojava zu protestieren. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, kam es beim Verlauf der Demonstration zu Auseinandersetzungen. Die Polizei zählte mehrere Tausend Teilnehmer, darunter zahlreiche vermummte Personen.

Demonstranten wollten türkisches Lokal stürmen

Im Bereich der Oranienstraße/Adalbertstraße kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Passanten und Demonstranten. Polizisten, die das unterbinden wollten, wurden ebenfalls angegriffen. Einem Beamten wurde in den Rücken getreten und mit Fäusten ins Gesicht geschlagen. Einem weiteren Beamten wurde einen Pflasterstein an den Kopf geworfen, ein dritter Polizist wurde gegen den Kopf getreten. Die drei Beamten wurden leicht verletzt und konnten ihren Dienst fortsetzen

Bei der Demonstration wurden auch Böller und Steine geworfen. Protestierende versuchten auch, ein türkisches Lokal zu stürmen, nachdem ein dortiger Mitarbeiter den nationalistischen „Wolfsgruß“ zeigte. Dies konnte jedoch durch Polizeikräfte verhindert werden. Es wurden Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen schwerem Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gefertigt.