Berlin-Friedrichshain

Pegida an der Rigaer Straße: Rangeleien mit der Polizei

Nach der Aktion im Görlitzer Park demonstriert Pegida München an der Rigaer Straße. Zwischen Linken und der Polizei gab es Rangeleien.

Einige Gegendemonstranten versuchten das Absperrgitter zu überwinden und wurden von der Polizei aufgehalten.

Einige Gegendemonstranten versuchten das Absperrgitter zu überwinden und wurden von der Polizei aufgehalten.

Foto: Andreas Gandzior

Berlin. Nach der 24-Stunden-Demo von Pegida München von Freitag bis Sonnabendmorgen 9 Uhr im Görlitzer Park in Kreuzberg, haben fünf Pegida-Anhänger (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) Samstagabend am Schleidenplatz nahe der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain demonstriert - beschützt von 280 Polizisten. Auch 200 Gegendemonstranten waren vor Ort, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Auch zahlreiche Schaulustige hatten sich eingefunden. Sie hatten sich an der Ecke zur Pettenkofer Straße versammelt – in etwa 50 Metern Entfernung zur Kundgebung des fremdenfeindlichen Bündnisses.

Anwohner wurden kontrolliert, wenn sie die Absperrung passieren wollten. Die Pegida-Demonstranten wurden von den Gegendemonstranten abgeschirmt. Einige von ihnen versuchten im weiteren Verlauf, die Absperrungen zu durchbrechen. Es kam zu kleineren Rangeleien mit den Einsatzkräften und einigen Flaschenwürfen. Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei war auch mit Hunden im Einsatz.

Thema der Veranstaltung war: „Rigaer 94 - ein Ort undemokratischer Denkweise und Verfassungsfeindlichkeit“. Damit wollten die Rechtspopulisten auf die politisch wie juristisch umstrittene Situation des zum Teil besetzten Hauses Nummer 94 an der Rigaer Straße aufmerksam machen.

Die fünf Demonstranten hatten am Abend ein Gerüst an der Rigaer Straße aufgebaut. Dort war laut Polizeiangaben zunächst ein Plakat zu sehen mit der Aufschrift „Neofaschisten nennen sich heute Antifa. Antifa verbieten.“ Die Veranstaltung sollte noch bis Mitternacht dauern und das Gerüst noch in der Nacht abgebaut werden.

Für die Spätis, Imbisse und Restaurants rund um den abgesperrten Bereich bedeutete die Demonstration einen enormen Einnahmeverlust. Der Mitarbeiter eines Hamburger-Ladens nannte die Situation eine Katastrophe. Er würde normalerweise an einem Sonnabend sehr viel Essen ausliefern. "Es kommt aber kein Lieferfahrer zu mir ins Geschäft", sagte er. "Alle Straßen sind gesperrt."

Rigaer Straße 94: Rückzugsort für Linksextremisten

„Das Wohnprojekt „Rigaer Straße 94“ und die „Kadterschmiede“ haben für die autonome Szene Berlins und auch bundesweit eine hohe symbolische Bedeutung“, heißt es im Berliner Verfassungsschutzbericht. „Haus und Veranstaltungsräume sind Ausgangspunkt und Rückzugsort bei militanten Aktionen zur Verteidigung „autonomer Freiräume“, die Linksextremisten um jeden Preis erhalten wollen.“ Das leerstehende Gebäude wurde Anfang 1990 besetzt. Für einige Wohneinheiten wird aber auch Miete bezahlt.

Pegida-Anhänger demonstrieren im Görlitzer Park

Bereits am Freitag hatten fünf Anhänger von Pegida München im Görlitzer Park in Kreuzberg eine Kundgebung veranstaltet - ebenfalls unter größerem Polizeiaufgebot und im Beisein von Dutzenden Gegendemonstranten. Der Park ist bekannt wegen des Drogenhandels. Seit Jahren stehen dort Dutzende Dealer, meist afrikanischstämmige Männer, und verkaufen vor allem Marihuana.

Im Görlitzer Park hatten die Pegida-Anhänger zu einem späteren Zeitpunkt auch einen Film abgespielt. Auch bei dieser Demonstration kam es den Angaben zufolge zu keinen Zwischenfällen oder Auseinandersetzungen.

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