Reinhardswald-Grundschule

Schüler kämpfen bei Bezirksrat Hehmke für bessere Toiletten

Die Debatte um die verschmutzten Toiletten der Reinhardswald-Grundschule geht in die nächste Instanz - mit einem Termin im Bezirksamt.

Schüler und Schülerinnen der Reinhardswald-Grundschule in Friedrichshain-Kreuzberg überreichen  dem Kreuzberger Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) ihre Unterschriftenliste.

Schüler und Schülerinnen der Reinhardswald-Grundschule in Friedrichshain-Kreuzberg überreichen dem Kreuzberger Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) ihre Unterschriftenliste.

Foto: jörg Krauthöfer / JÖRG KRAUTHÖFER

“Dreckig, stinkig, kein Papier - saubere Klos, das wollen wir!“, schallt es am vergangenen Mittwochnachmittag durch das Büro des Kreuzberger Schulstadtrats Andy Hehmke (SPD). Die lautstarken Gäste waren zehn Schüler der Reinhardswald-Grundschule in Kreuzberg, die ihm die 396 Unterschriften der Belegschaft der Schule an der Gneisenaustraße übergeben wollten. Diese waren im Rahmen einer eigens organisierten und durchgeführten Aktion zusammengekommen, bei der es um die Sanierung der Schultoiletten geht. Denn die würden mittlerweile einen so üblen Geruch absondern, dass die Schüler teilweise nichts mehr trinken würden, um nicht auf Klo zu müssen.

Nachdem die Schulhymne vorgetragen und die Unterschriftenliste dem Schul-Bezirksrat in die Hand gedrückt wurde, haben Mädchen und Jungen Gelegenheit, dem Stadtrat ihr Anliegen vorzutragen. Der macht ihnen allerdings keine Hoffnung auf eine baldige Besserung der Situation. Das hänge mit den baulichen Strukturen des gesamten Schulkomplexes zusammen: Da der Bau aus den 60er-Jahren stammt, seien die Wände mit Asbest verseucht, berichtet Schul-Bezirksrat Hehmke. „Wenn wir eure Toiletten komplett sanieren würden, dann hätte das Auswirkungen auf eure Gesundheit“, so der Sozialdemokrat weiter. Eine Sanierung sei daher ausgeschlossen. Stattdessen wolle man in ein paar Jahren die komplette Schule abreißen und neu bauen, erklärt der Abgeordnete.

Zusätzliche Reinigung für die Toiletten

Die einzige Zusage, die die Schüler an diesem Mittwochnachmittag mit in die Herbstferien nehmen, ist die der Option, eine zusätzliche Grundreinigung der Toiletten beantragen zu können - möglich sei das dank der 900.000 Euro zusätzlicher Mittel, die Hehmke für die Reinigung der Schulen in Friedrichshain-Kreuzberg bewilligt wurden. „Dadurch können wir immerhin eine Zwischenreinigung anbieten“, sagt der SPD-Mann. Zudem wolle man Reinigungsjobs künftig an solche Firmen vergeben, die nicht nur durch billige Angebote überzeugen, sondern auch durch qualitativ hochwertige Arbeit. Demnach würden die Unternehmen nicht nur einer Plausibilitätsprüfung unterzogen, sondern ihnen würde auch mehr Zeit für die Reinigung zugestanden. Mobile Toilettencontainer auf dem Schulgelände scheiden für Hehmke aus.

„Schule fürs Leben“

Die Übergabe ist der dritte Akt der Protestaktion gegen die übel riechenden und stark verschmutzen Toiletten der Grundschule in der Gneisenaustraße gewesen. Vor rund zwei Wochen hatten Schüler und Eltern zu einer gemeinsamen Grundreinigung der Schule aufgerufen, wiederum zwei Wochen davor hatten die Mädchen und Jungen Unterschriften auf ihrem Schulhof gesammelt, die sie der Bezirksverwaltung einreichen wollten. Den ersten Termin dafür war eigentlich bereits Mitte September angesetzt - Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) sagte jedoch kurzfristig ab.

In erster Linie ginge es zwar um eine Verbesserung der sanitären Situation, allerdings sei es auch wichtig, den Aktivismus der Kinder zu unterstützen. „Sich für eine Sache einsetzen, indem man ein Konzept entwickelt und umsetzt, das ist Schule fürs Leben“, findet Unterstützer Jahrisch.

Wie nun weiter verfahren wird an der Reinhardswald-Grundschule, das wird sich spätestens am 14. November zeigen. Dann besucht Andy Hehmke die Schule und sucht das Gespräch mit der Schulleitung.