Kreuzberg

Neue Lieferando-Zentrale entsteht auf einstiger Cuvry-Brache

Zalando hatte sich im vergangenen Jahr von dem umstrittenen Areal zurückgezogen. Jetzt entsteht hier die Lieferando-Zentrale.

Nach dem Brand auf der Cuvry Brache und der damit verbundenen Evakuierung der Bewohner rückten vor fünf Jahren die Bagger an.

Nach dem Brand auf der Cuvry Brache und der damit verbundenen Evakuierung der Bewohner rückten vor fünf Jahren die Bagger an.

Foto: dpa Picture-Alliance / Marcus Golejewski/Geisler-Fotopr

Berlin.  Lieferando zieht auf den Cuvry Campus in Kreuzberg. Rund 18.000 Quadratmeter habe die yd.yourdelivery GmbH, die den Online-Essenslieferdienst betreibt angemietet, teilte das Maklerhaus Avison Young am Donnerstag mit. Als Teil der Mediaspree entsteht dort aktuell ein aus sechs Gebäuden bestehender neuer Bürokomplex mit einer Gesamtmietfläche von rund 38.000 Quadratmetern. yd.yourdelivery habe insgesamt drei der sechs Gebäude langfristig für Lieferando angemietet.

Lieferando in Berlin: Ende 2020 sollen die Mitarbeiter einziehen

Die Übergabe der Flächen an den Mieter soll nach Fertigstellung des Komplexes voraussichtlich Ende 2020 erfolgen. „Der Cuvry Campus passte am besten zu unserer Unternehmenskultur. Es ist uns wichtig, unseren Mitarbeitern eine moderne Arbeitsumgebung in sehr gut angebundener Lage und einem lebendigen Quartier anbieten zu können“, sagte Jörg Gerbig, Geschäftsführer von yd.yourdelivery.

Barackenlager auf einstiger Cuvry-Brache wurde 2015 geräumt

Kaum ein Berliner Bauprojekt war in den vergangenen Jahren so umstritten wie die Bebauung der Cuvry-Brache in Kreuzberg, einer 11.000 Quadratmeter großen Freifläche zwischen Spree, Schlesischer Straße und Cuvrystraße. Jahrelang hatten auf dem Areal Baracken aus Sperrmüll und alten Brettern zeitweise bis zu 150 Menschen unter schlimmsten hygienischen Bedingungen gehaust. 2014 wurde das illegale Lager geräumt.

Die Ankündigung des Internet-Händlers Zalando, dort Büros mit einer Gesamtfläche von 34.000 Quadratmetern zu mieten, rief 2017 Gentrifizierungsgegner auf den Plan. Schließlich zog sich Zalando zurück. Der Rückzug habe aber nichts mit der Angst vor gewalttätigen Protesten aus dem Kiez zu tun, versicherte damals der Internet-Gigant. Vielmehr habe man aufgrund einer Bauverzögerung vom vertraglich festgelegten Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht.