Kreuzberg

Aldi in der Markthalle Neun - Neuer Protest

Anwohner wollen am Sonnabend für Aldi und gegen eine „Luxus-Food-Halle“ in der Markthalle Neun protestieren.

Die meisten Anwohner wollen eine Markthalle für alle.

Die meisten Anwohner wollen eine Markthalle für alle.

Foto: Patrick Goldstein

Der Konflikt um die Kreuzberger Markthalle Neun schwelt weiter. Anwohner haben zu einer Protestveranstaltung am Sonnabend um 15 Uhr am Eingang Eisenbahnstraße 42 aufgerufen. Stein des Anstoßes sind die Pläne der Hallen-Betreiber, den Aldi-Supermarkt durch einen Drogeriemarkt zu ersetzen.

Eine aktive Gruppe Anwohner sieht darin eine Missachtung ihrer eigenen Bedürfnisse. Die Ziele, die bei einer früheren Beteiligung von Bürgern zur zukünftigen Nutzung der Halle vorgetragen wurden, sehen sie damit ausgehebelt: „Die Entwicklung zu einer Luxus-Food-Halle geht weiter“, kritisieren die Veranstalter in ihrem Aufruf.

Anwohner auch gegen Schulungszentrum in der Markthalle

Neben der Kündigung des Aldi-Geschäfts empört sie, dass das Land Berlin prüft, ob sich in der Markthalle ein Schulungszentrum ansiedeln lässt. Nach Vorbild eines „House of Food“ im dänischen Kopenhagen sollen dort etwa Mitarbeiter von Küchen und Kantinen öffentlicher Institutionen, von Schulen bis zu Behörden, in nachhaltigem Kochen ausgebildet werden. Dafür macht sich besonders Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne) stark.

Wie berichtet, bereiten Betreiber und Bezirk ein Nachbarschaftsforum vor. Dabei können die Anwohner vor Ort Ideen und Wünsche für eine zukünftige Halle formulieren. Anschließend werden diese Punkte ausgewertet und im Rahmen einer Beteiligungswerkstatt vorgestellt und besprochen. Die Ergebnisse sollen am Ende in die weitere Gestaltung der Angebote in der Markthalle einfließen.