Sanierung

So sieht das umgebaute Deutschlandhaus aus

Anfang 2020 soll die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in das Gebäude einziehen. Dazu wurde es umfassend saniert und erweitert.

In das umgebaute und erweiterte Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof zieht die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

In das umgebaute und erweiterte Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof zieht die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Foto: Foto: Taylan Gökalp / dpa

Berlin. Büros, Ämter und Verbände: Das Deutschlandhaus in Kreuzberg gegenüber der Ruine des Anhalter Bahnhofs hat schon vieles beherbergt. Der nächste Mieter der bundeseigenen Immobilie soll die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (SFVV) sein. Die Stiftung will mit einem Dokumentationszentrum einziehen.

Dazu wurde das zwischen 1926 und 1931 errichtete Haus an der Ecke Stresemann- und Anhalter Straße für 60 Millionen Euro umfassend saniert und erweitert. „Das Gebäude mit den denkmalgeschützten Fassaden ist über alle Geschosse erhalten, dahinter wurde ein Kubus als Neubauelement gesetzt“, sagte Petra Wesseler, Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), am Mittwoch bei einem Rundgang durch den weitgehend fertiggestellten Bau.

Insgesamt 12.700 Quadratmeter Grundfläche hat das neue Ensemble. Abzüglich der Räume für Technik und Erschließung sollen davon 7200 Quadratmeter insbesondere durch die Stiftung genutzt werden. Einen kleinen Teil bezieht das Bundesministerium für Zusammenarbeit (BMZ), das im benachbarten Europahaus beheimatet ist. Die Stiftung plant auf 1770 Quadratmetern eine Dauerausstellung, die sich mit Flucht und Vertreibung im 20. und 21. Jahrhundert auseinandersetzt. Das genaue Konzept wird derzeit noch erarbeitet. Daneben gibt es Räume für Wechselausstellungen und Tagungen, eine Bibliothek, Büros sowie ein Café.

Ausstellung in der ersten und zweiten Etage

Wie früher kann man das Gebäude von der Stresemannstraße aus betreten. Der großzügige Eingangsbereich bildet nun allerdings auch den Übergang vom Alt- in den Neubau. Der besteht im Kern aus einer zentralen, zweigeschossigen Halle. Über eine große Treppe gelangt man in die zukünftigen Ausstellungsräume, die auf der ersten Etage beginnen. Von dort sind die ehemaligen Außenfassaden des Altbaus deutlich sichtbar, die nun inmitten des Raumes liegen und sich in reinem Weiß vom grauen Sichtbeton der Neubauelemente abheben.

Breite Fensterfronten geben den Blick auf das umliegende Gelände mit Gropius-Bau und der Ausstellung „Topographie des Terrors“ frei. Sie lassen auch großzügig Licht in den Raum. Damit setzte sich Architekt Stefan Marte über eine ursprüngliche Anforderung der Stiftung hinweg. Die wollte eigentlich ein reines Dunkelmuseum. „Das wäre aber dem Thema nicht gerecht geworden. Es gehört nicht hinter Mauern weggesperrt, sondern muss nach außen geöffnet werden.“ Daher gibt es nur einen Dunkelbereich in der darüberliegenden zweiten Etage, die über eine große Wendeltreppe erreichbar ist.

Erweiterungsbauten aus den 60er-Jahren wurde abgerissen

Bereits 2011 konnte Marte mit seinem Wettbewerbsentwurf überzeugen. Der weicht noch in einem zweiten Punkt von den eigentlichen Anforderungen ab. So mussten die beiden Gebäudeflügel weichen, die in den 60er-Jahren nachträglich an das im Krieg stark beschädigte Deutschlandhaus gebaut wurden. „Der Wunsch des Landesdenkmalamts war es, möglichst viel von diesem Zeichen des Wiederaufbaus stehen zu lassen“, so der Architekt. Die Substanz sei jedoch minderwertig und ein Ausstellungskonzept so schlicht nicht umsetzbar gewesen. Daher habe man „alles entfernt, was keine historische Qualität hatte“.

„Die Stiftung wird jetzt die Thematik der Ausstellungseinrichtung vorantreiben“, sagte BBR-Präsidentin Wesseler. Im Februar soll das Haus übergeben werden – etwas später als eigentlich geplant. Die komplizierte Stahlskelettkonstruktion des Altbaus und ein Wassereinbruch habe die Arbeit verzögert.