Berlin-Kreuzberg

Bezirk lässt Obdachlosencamp am Bethaniendamm räumen

Das Bezirksamt duldet Zeltlager auf Grünflächen nicht. Die Obdachlosen mussten gehen.

Beteiligt waren mehrere Abteilungen des Bezirksamts.

Beteiligt waren mehrere Abteilungen des Bezirksamts.

Foto: Patrick Goldstein

Freitagvormittag räumte das Ordnungsamt ein Camp Obdachloser auf den Wiesen der evangelischen St.-Thomas-Gemeinde am Bethaniendamm in Kreuzberg. Die zum Teil aus Osteuropa stammenden Menschen mussten ihre Zelte und Habseligkeiten einsammeln und den Ort verlassen. Einbezogen in die Aktion waren Sozialamt sowie Straßen- und Grünflächenamt. Sozialarbeiter waren erschienen und zeigten sich bemüht, den Obdachlosen Unterkünfte zu vermitteln. Am Vortag waren die Bewohner des Camps offiziell auf die Räumung hingewiesen worden.

Bestehende Absprache im Bezirksamt

In der Vergangenheit war es mehrfach zu Bränden gekommen, dabei wurde unter anderem die Fassade der St.-Thomas-Kirche beschädigt. Durchgesetzt wurde die Räumung aufgrund einer bestehenden Absprache im Bezirksamt, nach der Camps auf Grünflächen nicht geduldet werden, so Andy Hehmke (SPD) Stadtrat mit Zuständigkeit für das Ordnungsamt.

Aus der Linken, die den Sozialstadtrat stellt, kam dennoch Kritik. Der Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung, Oliver Nöll, sagte: „Wir haben natürlich auch die Sorgen der Kirchengemeinde vernommen und kennen die Beschwerdelage. Unbestritten sind Brandgefahr und andere Sicherheitsfaktoren – nicht zuletzt für die Bewohner und Bewohnerinnen und die engagierten Gemeindemitarbeiter und Gemeindemitarbeiterinnen – zu bedenken. Allerdings ist diese Räumung ins Leere ein sozialpolitischer Unsinn“, sagte Nöll.