Drogen-Hotspot

Görlitzer Park soll nachts wohl doch nicht schließen

Der Senat hatte erwogen, den Drogen-Hotspot zwischen 22 Uhr und 8 Uhr zu schließen. Innensenator Geisel will mit der Polizei beraten.

Kontrollen am Eingang des Görlitzer Parks.

Kontrollen am Eingang des Görlitzer Parks.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Innensenator Andreas Geisel (SPD) ist in der Debatte um den Görlitzer Park von der Idee abgerückt, die Kreuzberger Grünanlage in der Nacht zu schließen. Das sei eine Möglichkeit, sagte der Senator am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Eine solche Lösung habe „Vor- und Nachteile“ und müsse mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg abgestimmt werden. Der Bezirk hatte sich gegen eine Schließung ausgesprochen.

Geisel berichtete von einer steigenden Zahl von Gewaltdelikten im Park in diesem Jahr. Es habe seit Januar 27 Fälle von Körperverletzung gegeben, neun mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Es handele sich dabei aber um Gewalttaten zwischen Dealern.

Geisel erteilte der Forderung der CDU nach einer Wiederaufnahme der „Null-Toleranz-Strategie“ seines Vorgängers Frank Henkel (CDU) eine Absage. Dieses Vorgehen habe die Drogenhändler nur in die umliegenden Straßen verdrängt und bei der Polizei für viele Überstunden gesorgt. Der Senator wies Schilderungen zurück, wonach der Park wegen der vermeintlichen Gefahren nicht genutzt werde. Tagsüber seien dort viele Menschen unterwegs, auch Familien mit Kindern.

Die Ursache der Probleme ließe sich nicht durch die Polizei lösen. „Solange es Käufer von Drogen gibt, werden wir auch das entsprechende Drogenangebot haben“, sagte Geisel.

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Drogen im Görlitzer Park: Innensenator Geisel will Kreuzberger Polizeiwache besuchen

Geisel kündigte an, in der nächsten Woche die für Kreuzberg und den Görlitzer Park zuständige Polizeiwache besuchen zu wollen. Dort wolle er klären, was man tun könne, um die Kriminalität im Park zurückzudrängen. Die Beamten könnten bei dem Thema Drogen aber nur an den Symptomen arbeiten. „So lange es Käufer von Drogen gibt, werden wir auch die entsprechenden Auseinandersetzungen haben.“

Nötig ist laut Geisel ein Gesamtkonzept für den Park. Das Ziel sei weiter, „die Parknutzung für die Öffentlichkeit sicher zu gestalten“.

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