Anwohnerfreundlich

Ende der Durchgangszone Samariterkiez

Nach zwei Jahren Vorarbeit der Initiative Verkehrsberuhigter Samariterkiez ist es geschafft: Poller versperren Autos den Weg.

Mit einem von sieben Pollern, die jetzt im Samariterkiez in Friedrichshain stehen: Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sowie Indre Zetzsche und Sebastian Nordhoff von der Initiative Verkehrsberuhigter Samariterkiez (v.l.).

Mit einem von sieben Pollern, die jetzt im Samariterkiez in Friedrichshain stehen: Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sowie Indre Zetzsche und Sebastian Nordhoff von der Initiative Verkehrsberuhigter Samariterkiez (v.l.).

Foto: Patrick Goldstein

Berlin. Schon bevor der erste Poller steht, gibt es Unmutsbekundungen. Als Arbeiter Dienstag früh damit beginnen, an der Bänsch-, Ecke Samariterstraße in Friedrichshain Löcher für die rot-weißen Sperren zu bohren, müssen sie auch den Zorn jener Autofahrer hinnehmen, die vor ihrer Baustelle steckenbleiben und nicht mehr weiterkommen. Denn mit der bequemen Durchfahrt durch den Samariterkiez ist es vorbei. An drei Stellen wurden am Dienstag Poller versenkt.

Damit ist für Indre Zetzsche und Sebastian Nordhoff von der Initiative Verkehrsberuhigter Samariterkiez nach zweijähriger Vorarbeit ein erstes Ziel erreicht. Denn im Gebiet waren Anwohner genervt von Autofahrern, die zwischen der südlich gelegenen Frankfurter Allee und dem nördlichen Gewerbegebiet an der Eldenaer Straße die Abkürzungen durch ihren Kiez nahmen. Nordhoff erlebte das an der Bänschstraße, wo er wohnt, Zetzsche im Bereich Pettenkoferstraße.

Beide haben Kinder, um die sie wegen des querenden Verkehrs – nicht selten mit 50 bis 60 Stundenkilometern - fürchten mussten. „Da waren durchaus auch Sattelschlepper unterwegs“, sagt die 47-jährige Kommunikationsexpertin Zetzsche. Derlei ist nun vorbei, und wie zum Beweis weist Nordhoff auf einen Lastwagen, der offenbar vom stadtbekannten Feinkosthandel des Gewerbegebiets kommt, nun aber vor der Pollerbaustelle steht, statt weiter zur Frankfurter Allee zu gelangen.

Poller im Samariterkiez: „Die neue Situation ist weit besser als zuvor“

„Die neue Situation ist weit besser als zuvor“, sagt er. „Jetzt kann ich meine Kinder ohne große Sorgen zu Kursen und Schulen im Kiez gehen lassen.“ Zetzsche erwartet merkliche Verbesserungen für die Kinder der Pettenkofer Grundschule. Weitere Pollerreihen, von denen jeweils zwei für Notfall- und Einsatzfahrzeuge umgelegt werden können, werden an der Schreiner-, Ecke Voigtstraße und an der Bänsch-, Ecke Pettenkoferstraße stehen.

Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sagte am Rande der Arbeiten, dass Durchgangsverkehr häufig auch entstehe, weil Autofahrer Navigationsgeräte nutzen, die die Strecke im Kiez als Abkürzung ausweisen. „Aber es kann ja nicht sein“, so Schmidt, „dass einige Autofahrer ein paar Minuten Zeitersparnis haben und dafür die Lebensqualität der Bewohner im Kiez sinkt.“

An einigen neuralgischen Punkten wünscht man sich bei der Anwohnerinitiative nun Schwellen auf der Fahrbahn. Das Bezirksamt indes wird in einem Jahr untersuchen, ob es im Gebiet tatsächlich zu einer Verkehrsberuhigung gekommen ist.