Kommentar

Was geht im Görlitzer Park?

Patrick Goldstein, Reporter für Friedrichshain-Kreuzberg, über die Situation im Görlitzer Park.

Im Görlitzer Park muss man ein dickes Fell haben, sagt Patrick Goldstein.

Im Görlitzer Park muss man ein dickes Fell haben, sagt Patrick Goldstein.

Foto: bm

Um Freizeitspaß und Erholung zu finden, muss man mitunter ein dickes Fell haben. Wer etwa in den Görlitzer Park will, muss an einer Reihe Dealern vorbei. Vorn an der Skalitzer Straße wird der Besucher vom Händler gern mal 10, 15 Meter begleitet und dabei intensiv befragt, ob er denn nun wirklich nichts braucht. Zum Schluss gibt’s oft einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken. Da muss man durch. In die anderen Eingänge geht es ohne Körperkontakt. Dafür stehen alle paar Schritte Männer, die ebenfalls gern wüssten, ob man etwas braucht.

Während man das als Berliner, als abgebrühter Kreuzberger gar, vielleicht ohne Verwunderung hinnimmt, hinterlässt die Lage den Besucher dennoch ratlos, manchen empört. So, wie dieser Park ist, sagt der Sprecher des Parkrats, Lorenz Rollhäuser, wird das Areal von vielen lieber gemieden. Zu viel Stress im Erholungsgebiet. Da kann man fordern, wie jetzt die Berliner CDU, vor Ort null Toleranz gegenüber dem Cannabis-Handel walten zu lassen. Aber Leute, die erlebt haben, wie dies ab 2015 umgesetzt wurde, sagen, die Dealer seien eben in die Nachbarschaft ausgewichen.

Es gibt andere Ideen, wie man den Park den Bürgern wieder zurückgeben könnte. Vieles davon braucht Geld und Zeit. Manches ist unrealistisch. Bis man den Görlitzer Park als erstes mit Ruhe und Erholung verbindet, wird es noch lange dauern.

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